Superkilen, Kopenhagen/Dänemark

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©  Iwan Baan/Torben Eskerod Superkilen, Kopenhagen 

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©  Iwan Baan/Torben Eskerod Superkilen, Kopenhagen 

©  Iwan Baan/Torben Eskerod Superkilen, Kopenhagen 

©  Iwan Baan/Torben Eskerod Superkilen, Kopenhagen 

©  Iwan Baan/Torben Eskerod Superkilen, Kopenhagen 

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©  Iwan Baan/Torben Eskerod Superkilen, Kopenhagen 

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©  Iwan Baan/Torben Eskerod Superkilen, Kopenhagen 

©  Iwan Baan/Torben Eskerod Superkilen, Kopenhagen 

Superkilen, Kopenhagen/Dänemark


Superkilen ist eine heterogene Ortscollage in einer dicht besiedelten, zentral gelegen Nachbarschaft Kopenhagens. Das international geprägte Quartier mit einer bunten Mischung verschiedener Kulturen soll mit Hilfe des gebauten Freiraums revitalisiert werden. Über seine bisherige Funktion als monofunktionaler Durchgangsraum hinaus, wird Superkilen zu einem innovativen und an Gleichzeitigkeiten reichen Ort.
Entsprechend zielt das Freiraumkonzept darauf, die unterschiedlichen Charaktere des Ortes und seiner Akteure zu stärken. Ein schwarzer Platz ist entstanden, ein roter Platz und ein grüner Park.
Verstanden als Dialog mit der urbanen Realität Superkilens, wird innerhalb dieser Struktur ein grundlegendes Motiv der Gartenkunstgeschichte aktualisiert. Die Translozierung eines Ideals, das Wiederschaffen oder Reproduzieren eines anderen Ortes ist ein tragendes Thema durch die Epochen hindurch. Wo der chinesische Garten miniaturisierte Felsformationen berühmter Bergorte zeigt, abstrahiert der japanische Zengarten das Meer zu Wellen aus Kies. Die historischen Gärten in Florenz oder Versailles sind gefüllt mit allegorischen Abbildungen und der englische Landschaftsgarten führt Nachbildungen griechischer Ruinen vor.

In Superkilen entstand aus diesem Thema eine zeitgenössische und urbane Form: ein globaler, universeller Garten. Hier spiegelt der Transfer einprägsamer Elemente von anderen Orten und Kulturen die multi-ethnische Struktur des Quartiers wider und aktiviert sie. Die Möblierung und Ausstattung von Superkilen ist aus einem internationalen Katalog an städtischen Elementen entwickelt worden. In vielmonatigen Workshops und Gesprächen mit Anwohnern und Vereinen wurde die Kreativität und Phantasie des Quartiers mobilisiert und Bürgerbeteiligung als Motor für das gestalterische Prinzip der Vielheit entwickelt. Von Anwohnern ausgesuchte Rundbänke, Brunnen, Leuchten, Fitnessgeräte und mehr bildet nun Superkilens Diversität und internationale Persönlichkeit in einem vielseitigen Quartierspark ab. Leuchtreklamen aus vielen Ländern auf dem roten Platz sind hierbei die augenfälligsten Zeichen für den Kulturtransfer. Die importierte Werbung verfremdet den Ort auf fast theatralische Weise. Die um Aufmerksamkeit heischenden Werbeobjekte verfehlen ihr eigentliches, kulturell spezifisches Publikum, werden aber gleichzeitig zu Botschaftern und Aktivisten einer globalen, urbanen Kultur. Das synchron aufgeführte Werberepertoire illuminiert und aktiviert den internationalen Charakter des Quartiers im Zeichen von Information und Kommunikation. Dabei überraschen und faszinieren die blinkenden Neonschilder für einen japanischen Pachinkosaal vielleicht auf ähnliche Weise wie historische Chinoiserien im Landschaftsgarten, während uns eine lateinamerikanische Telefonzelle den Hauch der Illusion einer tropischen Strandpromenade vermitteln mag.

 


Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2013

Würdigung
Juryurteil: Superkilen beschreibt einen ca. einen Kilometer langen Stadtraum nördlich des Zentrums von Kopenhagen in einem Gebiet, das stark multiethnisch bevölkert ist. Drei unterschiedlich farbcodierte Abschnitte bieten diesen bunt gemischten Nutzerinnen und Nutzern einen ebenso bunten Teppich, der eine Vielzahl von Atmosphären und Nutzungsmöglichkeiten schafft.
Das Projekt entfernt sich ganz bewusst von der herkömmlichen Haltung, in der sich ein Stadtraum möglichst ruhig, homogen diszipliniert und dadurch „zeitlos“ in den Kontext einzuordnen hat.
Laut, grell, fragmentiert, kontrovers und nicht gezwungenermaßen mit einem Ewigkeitsanspruch versehen zeichnet Superkilen spielerisch die Ingredienzen einer multiethnischen Gesellschaft nach. Der öffentliche Raum wird im wahrsten Sinne herausgestrichen als Begegnungsort, der Differenzen aufdecken und auch aushalten soll. Der Raum ist nicht nur abstrakte Bühne für ein Stadtpublikum, sondern wird zum expressionistischen Bühnenbild, das mit seinem Publikum interagiert.

 


Weitere Informationen im Internet

Denmark

TOPOTEK 1 Berlin

BauNetz

Planung

Topotek 1 GmbH
Martin Rein-Cano, Lorenz Dexler, Francesca Venier

Sophienstraße 18
10178 Berlin

BIG Architekten - Bjarke Ingels, Kai-Uwe Bergmann, Künstlergruppe Superflex – Jakob Fenger

Lemming & Eriksson (Bauüberwachung)


Projektinformationen

Projektzeitraum
2010 - 2012

Größe
2,7 ha

Auftraggeber • Bauherr
Stadt Kopenhagen
Realdania

Adresse
Nørrebrogade
2200 København


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