Bitscher Platz, Lebach

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©  Gereon Holtschneider | club L94 landschaftsarchitekten Bitscher Platz 

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Bitscher Platz, Lebach Umgestaltung Bahnhofsplatz und Umfeld


Der Bitscher Platz in Lebach bildet als Stadtplatz und Bahnhofsvorplatz den Mittelpunkt der Stadt. Er kumuliert diverse Funktionen und hat vielerlei Ansprüchen zu genügen. Der Bitscher Platz und das anschließende Verkehrssystem konnte durch eine Umstrukturierung und Bündelung der Strecken und Anschlusspunkte des ÖPNV-Netzes in Lebach baulich und funktional verändert und aufgewertet werden. Die Neugestaltung des Platzes spielt thematisch mit den Gegensatzpaaren Innen & Außen, Dicht & Offen, Voll & Leer. Großformatige, im Raster verlegte und zu farbig sortierten Modulen zusammengefasste Betonplatten bilden den Platzbelag und gliedern die Fläche zu einem Parksystem. Ein Baumraster bildet sowohl einen Rahmen als auch ein Dach und markiert damit die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten. Die offene Platzmitte erlaubt eine multifunktionale Nutzung als Parkplatz, Kirmesplatz und Marktplatz, die baumüberstandene Fläche dient vor allem im Alltagsgeschehen als Aufenthaltsbereich und Verweilort für die Passanten.

Der Bitscher Platz liegt südlich der Lebacher Innenstadt. Das Gebiet wird von der Talaue der Theele im Norden sowie den Bahnlinien im Süden begrenzt. Die Kanten des Bitscher Platzes erscheinen aufgrund der unterschiedlich ausgebildeten Fassaden und der variierenden Höhenentwicklung der Gebäude sehr heterogen. Im Südwesten des Platzes bildet das neue Bahnhofsgebäude die Ergänzung zum neuen Busbahnhof. Durch die Verlegung des Busbahnhofes und weitere Umstrukturierung und Bündelung der Strecken und Anschlusspunkte des ÖPNV-Netzes in Lebach bestand die Chance, den Bitscher Platz neu zu organisieren und ihm durch eine Umgestaltung unter Berücksichtigung der Nutzungsanforderungen eine höhere Aufenthaltsqualität zu verleihen. Der neue Bitscher Platz dient der Freiraumvernetzung von Bahnhof und Innenstadt. Inhaltlich basiert das Gestaltungskonzept auf den geologischen und historischen Besonderheiten der Stadt Lebach. Die in der Region vorkommenden sogenannten Lebacher Eier sind Gesteinsformen, die aufgrund ihres Eisenanteils zur Verhüttung abgebaut wurden. Sie bestehen aus Schieferton und Toneisenstein, deren charakteristische Farbgebung von gelbgrau bis rotbraunen Tönen sich in der Gestaltung der Platzoberflächen wieder findet.

Gestalterisch spielt der Platz mit dem Thema Innen und Außen, Dicht und Offen, Voll und Leer. Ein Raster aus Bäumen bildet sowohl einen Rahmen als auch ein Dach und markiert damit die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten. Das dichte Baumraster erzeugt eine hohe Aufenthaltsqualität und filtert zudem die sehr heterogen ausgebildeten baulichen Platzränder. Die offene Platzmitte erlaubt hingegen eine multifunktionale Nutzung als Parkplatz, Kirmesplatz und Marktplatz. Großformatige Betonplatten bilden das Grundmaterial des Platzes. Drei nebeneinander liegende Platten bilden ein Modul, das auf dem für Parkplätze gebräuchlichen Grundraster von ca. 5,50 m auf 2,55m basiert. Das Rasterformat zieht sich als Moduleinheit für die unterschiedlichen Elemente des Platzes bis an seine Ränder. PKW-Stellplätze, Baumscheiben, Sitzgelegenheiten, Kiosk und Spielobjekte füllen das Raster auf mannigfache Weise.

In Anlehnung an die Lebacher Eier wird das Modul in drei unterschiedlichen Farbabstufungen – beige, braun und grau - eingebaut. Ein Liniennetz aus hellen Betonsteinen dient als bodenbündige Rasterung zwischen den einzelnen Modulen. Zum täglichen Betrieb stehen im Innenraum des Platzes 61 Parkplätze zur Verfügung. Zum Ausruhen und Verweilen laden Holzpodeste ein, die an den Platzrändern bzw. unter dem Baumdach angeordnet sind. Ein bodenbündiges Wasserelement mit kleinen Fontänen und vereinzelt angeordnete Spielelemente erhöhen die Aufenthaltsqualität unter den Bäumen an der nord-östlichen Platzkante und laden zum Spielen und Verweilpausen ein. Funktionale Ausstattungselemente wie Absperrpoller, Abfallbehälter und Fahrradbügel fügen sich durch eine einheitliche Farbgebung und schlichtes Design in die Platzgestaltung ein.

Außerhalb des Platzes wurden die Straßenbeläge neu hergestellt und die Fahrbeziehungen neu sortiert. An der Ostseite des Platzes ist die Straße „Am Bahnhof“ zur Einbahnstraße rückgebaut und dient als verkehrsberuhigte Zone lediglich der Anlieferung. Somit entstand parallel zur Platzkante ein großzügiger Bereich für Außengastronomie. An der südlichen Platzkante wurde die Straße vom Bahnhof kommend ebenfalls als Einbahnstraße umfunktioniert. Durch die Reduzierung der nutzbaren Straßenbreite entstand hier an der Platzkante eine Längsparkzone, die elf Taxi-/ bzw. Kurzzeitparkplätze vor dem neuen Bahnhofsgebäude ermöglicht.

 


Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2015

Würdigung
Juryurteil:

Über ein klug gewähltes Raster von 5,50 m x 2,55 m, das dem Gestaltungskonzept zugrunde liegt, entwickeln die Landschaftsarchitekten club L94 einen brauchbaren innerstädtischen Platz mit vielen Funktionen. Dabei orientieren sich die Planverfasser am Vorbild des klassischen innerstädtischen öffentlichen Stadtplatzes, der mit Bäumen abgegrenzt bzw. teilweise überstellt wird. Neu ist aber die konsequente Anwendung des Rasters über alle Bereiche der Gestaltung und Platzinfrastruktur. Die Materialität ist einfach. Trotzdem wird durch die saubere, exakte Detailierung – die nicht unwesentlich der Entwurfsmethode der Rasterung geschuldet ist – ein erstaunlich hochwertiger Eindruck erzeugt.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Pia Esser, Doris Knaup

 


Planungsbeteiligte Partner • Bauausführende Firmen

Baubetreuer
GEKOBA als Treuhänder der Stadt Lebach, Katja Knöll, Uwe Schneider


Bauleitung
Paul Pattay, St. Ingbert-Hassel



Dittgen Bauunternehmen GmbH, Saarbrücken

Planung

Homann, Dipl.-Ing., Jörg

Zechenstraße 11
51103 Köln


Projektinformationen

Projektzeitraum
2009 - 2014

Bausumme
ca. 1,9 Mio. €

Auftraggeber • Bauherr
Stadt Lebach, Bauamt

Adresse
Am Markt 1
66822 Lebach


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