Weisse Siedlung Dammweg, Berlin-Neukölln

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© 2014  Anita Back | Shore Capital Der neue Spielplatz mit farblich abgestimmter Möblierung 

© 2014  Anita Back | Shore Capital An der Nestschaukel 

© 2014  Anita Back | Shore Capital Der Spielplatz mit neuer Beleuchtung und Möblierung 

© 2014  Anita Back | Shore Capital Sitzgruppe am Generationenplatz mit Lounge- und hohem Tisch 

© 2014  Anita Back | Shore Capital Übergang vom Generationenplatz zum Stadtraum 

© 2014  Anita Back | Shore Capital Zugang zum Generationenplatz mit farblich abgestimmter Möblierung 

© 2014  LA.BAR Eröffnungsfest 

© 2014  Anita Back | Shore Capital Am Stadtraum mit neuer Beleuchtung und Möblierung 

© 2014  LA.BAR Stadtraum mit neuer Möblierung 

© 2015  LA.BAR Neu geschaffener Durchgang am Platz an der Aronspitze 

© 2015  LA.BAR Die neu sanierte Aronspitze mit Treffpunkt 

Weisse Siedlung Dammweg, Berlin-Neukölln Neubau Generationenplatz und Sanierung Stadtraum Aronstraße/Sonnenallee


Schaffung einer multifunktionalen Platzanlage in einer Großsiedlung aus den 1970er Jahren. Angebote für alle Altersgruppen: u.a. Kletterspielanlage, Tischtennis, Spieltische und ein Picknickdeck. Der Gestaltung vorausgegangen waren Planungsworkshops mit Anwohnern und einem örtlichen Jugendclub.

Eingangsplatz und neue Durchwegung von der Sonnenallee zur Aronsstraße: Aufwertung der Eingangssituation und Steigerung der Aufenthaltsqualität, Abbau von Angsträumen durch Auslichten der vorhandenen Pflanzung und einer besseren Beleuchtung, Schaffung einer einsehbaren Verbindung zum Generationenplatz.

Ort, Lage, Ausgangssituation
Die Weiße Siedlung Dammweg in Berlin-Neukölln ist ein Wohngebiet des sozialen Wohnungsbaus der 1970er Jahre. Gebietstypisch sind die zum Teil 18-geschossigen Gebäudebänder, die sich von der benachbarten Bebauung stark abgrenzen. Die charakteristischen hellen Häuser, die heute im Besitz der "Brandenburg Properties 5 S.a.r.l" sind, gaben dem rund 15 ha großen Gebiet den Namen Weiße Siedlung oder auch Sonnensiedlung. Begrenzt wird das Areal durch die Dieselstraße im Norden, die Aronsstraße im Westen, den Dammweg im Osten und die Sonnenallee im Süden. Durch die angrenzenden Kleingartensiedlungen und die parkähnlichen Grünanlagen in der Siedlung besteht ein ausreichendes Angebot an Grün- und Freiflächen. Im Quartier leben rund 4000 Einwohner, rund 70% haben einen Migrationshintergrund. Unter ihnen sind viele junge Familien mit mehreren Kindern. Gut ein Viertel der Einwohner ist unter 18 Jahre. Seit 2005 erhält die Siedlung Födermittel aus dem Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt und wird durch ein Quartiersmanagement betreut.
Vielfältige und großzügige Grün- und Freiflächen sowie viele Spiel- und Bolzplätze prägen das Wohnumfeld der Weißen Siedlung. Allerdings waren diese in einem überwiegend schlechten Zustand und mussten dringend saniert und qualifiziert werden. Darüberhinaus fehlte es an Angeboten für Jugendliche und Treffpunkten für Erwachsene und Senioren.
Mit der Planung der Spielpläze im nördlichen Quartier wurde das Büro bwgt beauftragt. Die Planung der Plätze des südlichen Quartiers (Quartiersplatz, Eingangsplatz und Platz an der Aronsspitze) wurde durch unser Büro übernommen.

Der öffentliche Eingangsplatz an der Sonnenallee (Eigentümer Bezirk Neukölln) bildet das südliche Entrée in die Weiße Siedlung. Hier befinden sich eine Bushaltestelle, ein Möbelhaus, das Vermietungsbüro, der Nachbarschaftstreff und der Jugendclub Sunshine Inn. Er ist somit Transitraum und soziale Anlaufstelle für die Bewohner. Der private Generationenplatz (Eigentümer Brandenburg Properties) stellt ein wichtiges Gelenk im südlichen Quartier dar. Viele Bewohner queren ihn auf dem Weg zur Sonnenallee. Vor der Umgestaltung war er vollkommen verschattet und nur durch einen schmalen, stark eingewachsenen Durchgang mit dem Durchgangsweg zur Aronsstraße verbunden. Eine direkte Verbindung zum Eingangsplatz bestand nicht. Der ca. 200 Meter nördlich gelegene, ebenfalls private Platz an der Aronsspitze (Eigentümer Brandenburg Properties) bildet den Übergang zum nördlichen Quartier. Auch er ist für viele Bewohner nur ein Transitraum, aber insbesondere für ältere Bewohner auch ein beliebter Verweilort.


Konzept, Leitidee
Im Rahmen von Workshops mit Anwohnern, der Jugendeinrichtung Sunshine Inn und der Präventionstelle der Polizei wurden Wünsche und Ziele für die Freiräume und Plätze formuliert. Im Ergebnis dieser vom Quartiersmanagement durchgeführten Workshops sollte der Quartiersplatz zu einem multifunktionalen Generationenplatz für kleine Feste, Flohmärkte und Veranstaltungen gestaltet und besser an den ebenfalls aufzuwertenden Eingangsplatz angebunden werden. Der nicht mehr benötigte Spielplatz an der Aronsspitze sollte zu einem kleinen Patz für Senioren umgestaltet werden.
Beide Plätze befanden sich unter einem dichten Baumdach und waren stark verschattet. Die Wegebeläge, Sitzgelegenheiten und Spielgeräte waren marode bzw. zerstört, so dass die Plätze für jegliche Nutzung unattraktiv geworden waren. Eines der wichtigsten Ziele unserer Planung bestand deshalb zunächst darin, durch Auslichten des vorhandenen Baum- und Strauchbestandes, sonnige Bereiche zum Sitzen und Spielen zu schaffen, attraktivere Wegebeziehungen zu schaffen und das Sicherheitsempfinden der Nutzer und Passanten zu erhöhen.
Weitere Ziele und Wünsche waren: Treffpunkte für unterschiedliche (Alters-) Gruppen mit Bänken und Tischen, Spielangebote für kleinere Kinder und eine bessere Beleuchtung.
Der Platz an der Aronsspitze war insbesondere bei den älteren Bewohnern beliebt, die hier gerne eine Pause einlegten und dem Straßentreiben zusahen. Auch hier wurde der überkommene Baum- und Strauchbestand stark ausgelichtet, um den als Angstraum wahrgenommenen Platz freundlicher zu gestalten. Neue Sitzbänke und Tische schaffen eine vorher nicht vorhandene Aufenthaltsqualität.

Funktionsbereiche, Erschließung, Barrierefreiheit
Der aufgewertete südliche Eingangsplatz geht heute großzügig und offen in den neuen Generationenplatz über und bildet hinsichtlich seiner Materialität, Möblierung und Beleuchtung mit diesem eine gestalterische Einheit. Die Beläge sind aus einfachen Werksteinen, monochrom grau im Bereich des Eingangsplatzes, grau-anthrazit-gebändert auf dem Generationenplatz. Die Sitzbänke sind aus robustem Beton und an den Platzseiten angeordnet. Himbeerrote Holzauflagen mit und ohne Lehne, Papierkörbe und Spielgeräte setzen farbliche Akzente. Auf der Nordseite des Generationenplatzes befindet sich ein Spielplatz mit verschiedenfarbigen Holzspielgeräten für kleinere Kinder und ein Holzdeck für Picknicks. Ein in das Holzdeck intergrierter Stromanschluss steht für diverse Veranstaltungen zur Verfügung.
Um die gestalterische Zusammenghörigkeit der Plätze zu betonen, wurden beim Platz an der Aronsspitze die gleichen Ausstattungselemente und die gleiche Belagsbänderung verwendet. Alle Bereiche sind barrierefrei zugänglich.

Ökologie, Vegetation
Die vorhandene Vegetation stammt aus den 1970er Jahren und besteht überwiegend aus Berg- und Zuckerahornbäumen, die vielfach zu nah an den Gebäuden stehen und Plätze und Häuser teilweise stark verschatten. Daneben gibt es großflächige Feuerdorn- und Mahonienpflanzungen. Die bis zu 3,5 Meter aufgewachsenen und mit der Heckenschere geschnittenen Feuerdornpflanzungen bildeten und bilden wegebeleitende grüne Wände, die insbesondere an engen Durchwegungen zu einem starken Unsicherheitsgefühl führten. So war es zunächst wichtig, den Baumbestand auszulichten und Strauchbestände zu roden. Als Ersatzbäume wurden z.B. Rotdorn, Mehlbeere, Feldahorn und Birken gepflanzt. Die schattigen, baumüberstandenen Randbereiche des Generationenplatzes und des Platzes an der Aronsstraße wurden mit Heckenmyrthe (Lonicera nitida `Maigrün`) unterpflanzt. In sonnigeren Bereichen kamen bodendeckende Rosen (Rosa ìnnocencia`) und Gräser (Miscanthus sinensis `Kleine Fontäne’) sowie Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii) zum Einsatz.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Rüdiger Amend, Eike Richter, Rike Kirstein, Ingo Dollek, Fabian Roßmanith

Beteiligte Firmen:

Fa. Otto Kittel GmbH & Co. KG (Landschafts- und Straßenbau Stadtraum)

Fa. Becker + Armbruster (Erdbau Generationenplatz)

Fa. THARO Straßen- und Tiefbau GmbH (Generationenplatz)

Fa. Kalbitz Spielgeräte GmbH (Generationenplatz)

  

Zugänglichkeit, Öffnungszeiten & Informationen zur Anfahrt

öffentlich zugänglich

 


Weitere Informationen im Internet

Homepage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: Bereich Stadtumbau West

Homepage des Quartiersmanagement Weiße Siedlung: Gestaltung der Plätze

Planung

LA.BAR Landschaftsarchitekten bdla
Rüdiger Amend, Eike Richter

Alexandrinenstraße 2-3
10969 Berlin


Projektinformationen

Projektzeitraum
2012 - 2014

Größe
3.050 qm

Bausumme
390.000 EUR

Auftraggeber • Bauherr
- Brandenburg Properties 5 S.a.r.l, vertreten durch DIM Deutsche Immobilien Management GmbH (Generationenplatz)
- Bezirksamt Neukölln Stadtentwicklungsamt, FB Stadtplanung (Stadtraum)

Adresse
Sonnenallee 277
12057 Berlin


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