Eremitagepark Waghäusel

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© 2015  Stephan Baumann | BHM Eremitagepark Waghäusel 

Als moderner Park der bewusst das Spannungsfeld von Historie, Industrie und neuer Freizeitnutzung aufgreift, versteht sich der Eremitagepark. Diesen Kontrast wird sowohl anhand des großen Ganzen als auch in diversen Details deutlich.

© 2016  ip-Roth | BHM Der Eremitagepark Waghäusel 

Die Komplexität und räumliche Nähe der Einzelbausteine Wagbach, Eremitagegarten, Waldpark, Freizeit- und Festwiesen machen den neugeschaffenen Park zum besonderen Freizeit- und Erholungsraum für die Stadt Waghäusel.

© 2016  BHM Veranstaltungsplattform im Eremitagegarten 

Veranstaltungsplattformen fügen sich harmonisch in den durch Heckenstreifen gegliederten Eremitagegarten ein. Sie bieten genügend Raum für Theater- oder Konzertveranstaltungen unter freiem Himmel.

© 2016  BHM Pavillon 

Umrahmt von verschiedenlaubigen, streifenförmig angeordneten Gehölzpflanzungen befinden sich die beiden Pergolen. Ausgestattet mit Deckenornament erzeugen sie im Schattenspiel der Sonne spannende Projektionen.

© 2016  BHM Detailausschnitt des Pavillons 

Der Grundriss eines historisch überlieferten Zustandes der Gartenanlage war Vorbild für die aufwendigen Ornamente der Metallkonstruktion. Diese Details verdeutlichen eine der Grundideen, - Altes neu zu interpretieren.

© 2016  BHM Der Waldpark 

Geschwungene Wege durchziehen das Areal, schneiden die Achsen und verbinden die verschiedenen Parkteile. Der Waldpark im Süden ist geprägt vom altem Baumbestand und den versteckten Rückzugsräumen.

© 2016  BHM Historisches Artefakt und neuer Wagbach 

Historische Artefakte wie die Ummauerung der früheren Orangerie wurden bewusst in die Neugestaltung integriert. Durchbrüche geben Blickbeziehungen frei und verbinden den angrenzenden, offengelegten Wagbach mit dem Park.

© 2016  BHM Der neue Verlauf des Wagbaches 

Die Offenlegung des Wagbaches bietet aus ökologischer Sicht einen durchgängigen Lebensraum für viele geschützte Pflanzen- und Tierarten. Begleitet wird der Verlauf durch eine Pappelallee.

© 2016  BHM Der offengelegte Wagbach 

Totholz wurde in das Bett des Wagbaches eingebaut, um Strukturen eines naturnahen Fließgewässers nachzuempfinden und das Angebot an Lebensräumen für Flora und Fauna vielfältiger zu gestalten.

© 2014  Stephan Baumann | BHM Abendstimmung an der Eremitage 

Die diversen Entwicklungsstadien, der fast 300-jährigen Geschichte des Areals, waren ausschlaggebend, das Gelände weiterzuentwickeln und nicht auf einen historischen Zustand zurückzugreifen. Das neue Konzept ebnet den Weg in die Zukunft!

Eremitagepark Waghäusel


In direkter Nachbarschaft von Wallfahrtskirche und Kloster entstand im 18. Jahrhundert die barocke Schlossanlage der EREMITAGE WAGHÄUSEL. Von 1837 an verschwand das Schloss hinter den Werks-mauern der Zuckerfabrik der Südzucker AG. Von dieser hat die Stadt Waghäusel 1997 das rund 40 Hek-tar große Gelände übernommen und führt es auf Grundlage unseres Wettbewerbsentwurfes aus dem Jahr 2001 mit Förderung durch das Land Baden-Württemberg einer neuen Nutzung als Gewerbepark zu.
Die ca. 35ha großen Freiflächen um die Eremitage, bestehend aus dem Eremitagegarten, den Festwie-sen, dem Waldpark und dem neuen Wagbachlauf wurden zu repräsentativen, vielseitig nutzbaren Außenräumen, dem EREMITAGEPARK, umgestaltet.

Die Besonderheit des Geländes liegt in der räumlichen Nähe und dem differenzierten Erscheinungsbild von Gewerbebrache, Wallfahrtskirche mit Kloster und der barocken Eremitage. Die Umnutzung der ehemaligen Produktionsstätte der Südzucker AG stand daher im Fokus des 2001 ausgelobten, internationalen Wettbewerbs. Die Schaffung eines würdigen Umfeldes war Grundgedanke der Planungen zur Neugestaltung des Eremitageparks. Auch die Zugänglichkeit des Areals für Erholungssuchende und Veranstaltungen stand im Vordergrund. Hierbei wurde jedoch nicht versucht einen bestimmten historischen Zustand wiederherzustellen. Zu zahlreich sind hierfür die unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die das Gelände in seiner fast 300-jährigen Geschichte erlebt hat.

Zentrales Gestaltungselement des EREMITAGEPARKS sind die vom neu gestalteten INNENRING ausgehenden Achsen, die die Wallfahrtskirche, die Festwiesen, den Eremitagegarten und den Waldpark mit Zugang zum Wagbach miteinander verbinden.
Der EREMITAGEGARTEN selbst umfasst das nordöstliche Carré der ursprünglich barocken Gartenanlage der Eremitage. In Anlehnung an die verschiedenen historischen Aufzeichnungen wurden einzelne Elemente wieder aufgenommen, neu interpretiert und den Anforderungen der vorgesehenen Nutzung angepasst. Wegbegleitend findet man Elemente aus der Geschichte des Gartens: Das nördliche Zugangstor, die an die Eremitenhäuschen erinnernden Pergolen und die Veranstaltungsplattform an Stelle des ehemaligen vierten Kavalierhauses der Eremitage.
Historisch überliefert sind ursprünglich acht Eremitenhäuser, die sich radial im unmittelbaren Umfeld der Eremitage befanden. Zwei Eremitenhäuser wurden im Bereich des Gartens als Metallkonstruktionen neu interpretiert.

Die FEST- UND FREIZEITWIESEN befinden sich östlich und westlich der Nordachse, begleitet durch eine neue Baumallee. Hier ist genügend Platz für größere Feierlichkeiten.
Der südlich angrenzende WALDPARK erhielt einen halboffenen, parkartigen Charakter. Parallel zur bestehenden Südachse wurde er fußläufig erschlossen und dank halboffener Strukturen die Sichtbeziehung zum Barockschlösschen ermöglicht. Historische Artefakte, wie Brunnen, Ummauerungen und Tore wurden bewusst in die Neugestaltung integriert.

Folgt man den zahlreichen Wegen nach Süden, gelangt man zur historischen Wagbachbrücke. Sie mar-kiert den Beginn des neuen Wagbachverlaufs. In Zeiten der Zuckerproduktion wurde der Wagbach verdolt, doch das Kanalbauwerk ist heute stark sanierungsbedürftig und verläuft quer unter den neuen Straßen und Gewerbegrundstücken. Da der Neubau einer Verdolung wasserrechtlich nicht genehmigungsfähig ist, wurde ein neuer, offener Bachlauf geschaffen. Er ermöglicht die sinnvolle Nutzung des Gewerbeparks.

Der Wagbach verläuft fortan östlich der Eremitage zwischen Bahnstrecke und der historischen Umfas-sungsmauer. Er mündet jenseits der Landesstraße wieder in sein ursprüngliches Bett. Insgesamt beträgt die Länge des neuen Verlaufs ca. 1.300 m und ersetzt ca. 1.090 m der bisherigen verdolten bzw. kanalisierten Laufstrecke.
Am neuen, offenen Bachlauf entstehen große Böschungsbereiche, die den östlichen Abschluss der neuen Parkanlage bilden und deren Gestaltung in Trassenführung und Baumpflanzung gestalterisch aufgenommen werden.

Aus ökologischer Sicht bietet die Offenlegung einen durchgängigen Lebensraum für viele bedrohte und geschützte Pflanzen- und Tierarten. Totholz im Bachbett sorgt für ein zusätzliches Angebot an vielfältigen Lebensräumen. Die neue Anbindung an die „Wagbachniederung“ im Norden trägt darüber hinaus langfristig zu einer erheblichen Aufwertung dieses überregional bedeutsamen Vogel- und Naturschutzgebietes bei.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Sigurd Karl Henne, Christian Wild, Roland Erb, Jochen Bresch, Birgit Willmann

 


Weitere Informationen im Internet

Bericht des Lokalfernsehens

Planung

bhm Bresch Henne Mühlinghaus
Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Jochen Bresch, Prof. Dipl.-Ing. Sigurd Karl Henne

Heinrich-Hertz-Straße 9
76646 Bruchsal


Projektinformationen

Projektzeitraum
2001 - 2016

Größe
350.000m²

Bausumme
3.000.000€

Auftraggeber • Bauherr
Große Kreisstadt Waghäusel

Adresse
Friedrich-Hecker-Allee
68753 Waghäusel

 

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