Gedenkstätte Esterwegen

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© 2011  Stefan Schöning, Meppen | Landkreis Emsland Zitat der ehemaligen Toranlage zwischen Strafgefangenen- und Wachmannschaftsbereich 

© 2011  Hans-Hermann Krafft | WES LandschaftsArchitektur Torzitat, Innentor 

© 2011  Simone Schnase | WES LandschaftsArchitektur Lagerstraße mit Torzitat und Stahlscheibe am Ende der Anlage 

© 2011  Landkreis Emsland Turm- und Mauerzitat 

© 2011  Hans-Hermann Krafft | WES LandschaftsArchitektur Ecke mit Mauer- und Wachturmzitat 

© 2011  Hans-Hermann Krafft | WES LandschaftsArchitektur Stahlscheibe am Ende der Anlage, mit horizontalem Sehschlitz als "ein Stück herausgeschnittene Landschaft" und eingelasterten Namen aller 15 Emslandlager 

© 2011  Simone Schnase | WES LandschaftsArchitektur Ein Stahlsteg verbindet die Gedenkstätte und das Foyer des Dokumentationszentrums mit dem Moor 

© 2011  Hans-Hermann Krafft | WES LandschaftsArchitektur Stahlsteg mit Blick über das Moor, in dem die gefangenen Häftlinge ("Moorsoldaten") arbeiten mussten 

© 2011  Hans-Hermann Krafft | WES LandschaftsArchitektur "Baumpakete" zur Kennzeichnung der ehemaligen Barackenstandorte 

© 2011  Stefan Schöning, Meppen | Landkreis Emsland Stahlkante als Zaunzitat zwischen Todesstreifen und Strafgefangenenlager 

©  Stefan Schöning, Meppen | Landkreis Emsland Zugang vom Besucherinformationszentrum über den Stahlsteg zum ehemaligen Lagergelände 

© 2007  WES LandschaftsArchitektur Lageplan - genordet, Strafgefangenenbereich überschottert, Wachmannschaftsbereich bewusst in seinem Zustand gelassen 

© 2007  WES LandschaftsArchitektur Skizze - Zugang vom Besucherinformationszentrum über den Stahlsteg zum ehemaligen Lagergelände 

© 2007  WES LandschaftsArchitektur Perspektive von der ehemaligen Lagerstraße als "zentrales Zeitfenster" 

© 2007  WES LandschaftsArchitektur Skizze - "Trichtertor", Zitat des ehemaligen Innentores zum Häftlingsbereich 

© 2007  WES LandschaftsArchitektur Perspektivskizze - Baumpakete 

© 2012  Stefan Schöning, Meppen | Landkreis Emsland Luftbild 

Gedenkstätte Esterwegen Gestaltung Freianlagen ehemaliges Konzentrations- u. Strafgefangenenlager, Wettbewerb 2007 - 1. Preis


Die Gedenkstätte Esterwegen (Landschaftsgestaltung: WES LandschaftsArchitektur mit Hans-Hermann Krafft; Dokumentations- und Besucherinformationszentrum: Hans-Dieter Schaal) erinnert an alle 15 Emslandlager und ihre Opfer. Nicht mehr sichtbare Teile der Lagertopographie, die für Gewalt und Bedrohung stehen, werden u.a. durch den Einsatz von Cortenstahlelementen in eine symbolische Formensprache übersetzt und machen auf diese Weise die Spuren des einstigen Lagers erfahrbar. Ein Ort des „aktiven Erinnerns“ wurde geschaffen, der den Besucher anregt, die Geschichte und Topographie in seiner Vorstellung entstehen zu lassen.

Von dem ehemaligen KZ und Strafgefangenenlager Esterwegen waren über dem Boden keine baulichen Elemente erhalten. Die von hohen Bäumen gesäumte Lagerstraße bildet das Rückgrat der Anlage. Aus einem eng gerasterten Bestand hoch aufgeschossener Amerikanischer Roteichen über den ehemaligen Barackenstandorten wurden im Häftlingsbereich „Baumpakete“ zur Kennzeichnung der Baracken herausgeschnitten. Mit diesem, im Vorfeld vielfach diskutierten, Vorschlag ist ein, trotz seiner monotonen Addition, räumlich sehr starkes und fast parkartiges Element entstanden. Erst mit der an Torf erinnernden, rotbraunen Lavaüberschotterung des Häftlingsbereiches und den scherenschnittartigen Silhouetten hoher, wuchtiger Wände aus Cortenstahl entfaltet sich der Gesamteindruck eines „Denkraumes“ zwischen Kargheit, Information und Emotion.

Die Stahlscheiben markieren den Mauerverlauf an den Ecken, an den Längsseiten im Bereich der Wachtürme und an den Torsituationen auf der Lagerstraße.
Die Lagerstraße als „Ort unmenschlicher Drangsalierungen“, bildet das Rückgrat der Gedenkstätte. Umso wichtiger war die Auseinandersetzung mit der perspektivischen Wahrnehmung entlang der Lagerstraße. Darüber hinaus war es ein entwurfliches Anliegen, mit der Interpretation des trichterförmigen Innentors zum Häftlingsbereich an die grausame Härte, die Unmenschlichkeit, die Isoliertheit und das Verlorensein der Häftlinge zu erinnern, ohne in ein falsches oder irritierendes Pathos abzugleiten.

Um auf die wichtigen landschaftsräumlichen und historisch bedeutenden Verbindungen hinzuweisen, entstand die Idee, einen Steg als neue Eingangssituation zwischen zwei bestehende ehemaligen Hallen der Bundeswehr zu legen und ihn mit der Lagerstraße und dem Moor zu verbinden.

Die „nicht untergehende Sonne“ und die „irgendwann aufgehende Sonne“ - in den Lagerliedern der „Moorsoldaten“, immer wieder besungen - bot Anregung für den Umgang mit den Stahlelementen. In der westlichen Stahlscheibe am Ende der Lagerstraße bündelt ein langer Schlitz auf Augenhöhe die Strahlen der untergehenden Sonne. Zugleich ist dieser Schlitz auch ein Stück „herausgeschnittene“ Landschaft. Er steht für den Blick auf die 14 weiteren Emslandlager, deren Namen unter dem Schlitz in den Stahl eingelasert sind.
Die hohe Stahlscheibe nach Osten, in den Dimensionen des ehemaligen Außentors, wirkt als „stummes“ geschlossenes Element. Ein mittig angeordneter vertikaler Schlitz erinnert an Torflügel und bündelt das Licht der aufgehenden Sonne.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Andreas Weber

  

Zugänglichkeit, Öffnungszeiten & Informationen zur Anfahrt

Kontakt

Tel. 05955 988950
E-Mail: info@gedenkstaette-esterwegen.de


Öffnungszeiten

Von 01. April bis 31. Oktober:
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr

Von 01. November bis 31. März:
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr

Montags und an bestimmten Feiertagen geschlossen
(Infos hierzu bei der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen)

 


Weitere Informationen im Internet

Gedenkstätte Esterwegen

Planung

WES LandschaftsArchitektur
Schatz Betz Kaschke Wehberg-Krafft Rödding

Jarrestraße 80
22303 Hamburg

mit Hans-Hermann Krafft, Landschaftsarchitekt, Architekt

Üderseestraße 27
10318 Berlin


Projektinformationen

Projektzeitraum
2007 - 2010

Größe
84.300 m²

Bausumme
1.630.220,- Euro

Auftraggeber • Bauherr
Stiftung Gedenkstätte Esterwegen
Dr. Andrea Kaltofen
Ordeniederung 1
49716 Meppen

Adresse
Hinterm Busch 1
26897 Esterwegen


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