Atelier, Wohnhaus und Garten auf dem Land, Ampertshausen Hommage an Vignanello

Der Einblick wird von einem „grünen Block“ verwehrt, das Innere ist nur als Vorstellung erlaubt. © Latz + Partner

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Die größeren Heckenstrukturen, zunächst nur als Windschutz entwickelt © Latz + Partner

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Innenhof © Latz + Partner

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Innenhof © Latz + Partner

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Innenhof © Latz + Partner

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Innenhof © Latz + Partner

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Die empfindlichen Pflanzen überwintern selbstverständlich im Glashaus, das an zwei Ebenen anschließt © 2005 Monika Nikolic

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Vor dem Glashaus spiegelt die Wasseroberfläche des Teichs das Sonnenlicht © 2005 Monika Nikolic

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Vignanello © Latz + Partner

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„geborgte Landschaft“ © Monika Nikolic

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Eine Skulptur, aus Buchs geschnitten, mit regelhaften Geometrien © Monika Nikolic

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Vom Frühjahr bis zum Herbst setzen Blühereignisse Akzente © Monika Nikolic

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Im Winter betonen Rauhreif und Schnee die Strukturen der Hecken © Latz + Partner

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Stützmauern aus recyceltem Bauschutt, Ziegeln und Betonblöcken, geschichtet © Latz + Partner

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Stützmauern aus recyceltem Bauschutt, Ziegeln und Betonblöcken, geschichtet © Latz + Partner

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Mähwege © Latz + Partner

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Mähwege © Latz + Partner

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Lageplan © 2004 Latz + Partner

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Der Einblick wird von einem „grünen Block“ verwehrt, das Innere ist nur als Vorstellung erlaubt. © Latz + Partner

Die größeren Heckenstrukturen, zunächst nur als Windschutz entwickelt © Latz + Partner

Innenhof © Latz + Partner

Innenhof © Latz + Partner

Innenhof © Latz + Partner

Innenhof © Latz + Partner

Die empfindlichen Pflanzen überwintern selbstverständlich im Glashaus, das an zwei Ebenen anschließt © 2005 Monika Nikolic

Vor dem Glashaus spiegelt die Wasseroberfläche des Teichs das Sonnenlicht © 2005 Monika Nikolic

Vignanello © Latz + Partner

„geborgte Landschaft“ © Monika Nikolic

Eine Skulptur, aus Buchs geschnitten, mit regelhaften Geometrien © Monika Nikolic

Vom Frühjahr bis zum Herbst setzen Blühereignisse Akzente © Monika Nikolic

Im Winter betonen Rauhreif und Schnee die Strukturen der Hecken © Latz + Partner

Stützmauern aus recyceltem Bauschutt, Ziegeln und Betonblöcken, geschichtet © Latz + Partner

Stützmauern aus recyceltem Bauschutt, Ziegeln und Betonblöcken, geschichtet © Latz + Partner

Mähwege © Latz + Partner

Mähwege © Latz + Partner

Lageplan © 2004 Latz + Partner

Garten ist ein Experiment mit Natur, das wir mit allen Sinnen genießen können. Garten bedeutet, gleichzeitig ein Kunstwerk und einen Zustand von Natur zu erhalten. Es bedeutet für Einzelne und die Gesellschaft, sich mit einer vorgefundenen Umgebung zu beschäftigen, mit Kopf und Hand über Umwelt zu lernen, sich auf archetypische Art und Weise mit Natur auseinanderzusetzen.

Von außen erscheint der Garten klein, nicht viel mehr, als ein paar Hecken und Bäume rund um das Gebäude. Der Einblick wird von einem „grünen Block“ verwehrt, das Innere ist nur als Vorstellung erlaubt. Dieses Innere ist jedoch nicht nur introvertiert, ausgewählte Elemente der Umgebung sind in das Panorama des gestalteten Gartens mit einbezogen. Es sind Bilder einer „geborgten Landschaft“.

Hecken

Die größeren Heckenstrukturen, die den Buchs- und Rosengarten, den Regenwasserteich vor dem Gewächshaus, den Parkplatz und das Gebäude mit dem intimen Innenhof rahmen, wurden zunächst nur als Windschutz entwickelt. Durch die Pflege, den Heckenschnitt, erhielten sie die Dichte und die organischen Figurationen, die ihren besonderen ästhetischen Ausdruck bewirken.

Innenhof

Ausschließlich introvertiert ist der Innenhof; er orientiert sich am Maßsystem und der Konstruktion der teils geschlossenen, teils offenen Glasgänge. Schlingpflanzen wachsen an Stäben, die vor den Stützen vom Boden bis zu den Sparren reichen. Glyzinien, Schmucklilien (Agapanthus), Buchs und Lorbeer erinnern an mediterrane Gärten. Als Symbol für Sommer plätschert ganzjährig Wasser.
Die empfindlichen Pflanzen überwintern selbstverständlich im Glashaus, das an zwei Ebenen anschließt. Wie die Baukörper von Atelier und Wohnung, ist es aus Holz konstruiert, das langsam die Spuren der Verwitterung zeigt.

Glashaus und Teich

Vor dem Glashaus spiegelt die Wasseroberfläche des Teichs das Sonnenlicht auf die südausgerichteten Glasflächen. Im Wassersystem spielt er die Rolle eines belebten Retentionsbeckens. In den ersten Jahren konnte man darin schwimmen, zur Zeit jedoch dominiert eine Art Verlandungsvegetation. Um deren Wachstum zu bremsen, gelangt nur Regenwasser von den Dächern und aus dem Innenhof in den Teich. Um Sauerstoffmangel im Sommer zu verhindern, wird das Wasser mit einer Pumpe dauernd in Bewegung gehalten. Der Überlauf mündet in die Wiese.

Hommage an Vignanello

Eine Etage höher begleitet ein Balkon die ganze Länge des Wohntraktes und führt zu einer mit Bauaushub erhöhten Gartenterrasse, zur freien Interpretation eines Buchsgartens.

Seit einer Studienreise 1968 hat uns das Bild des Gartens Ruspoli in Vignanello nicht losgelassen. In der folgenden Zeit halfen wiederholte Besuche, häufig mit Studenten, die Eindrücke zu vertiefen.
Anneliese und Peter Latz erzählen dem Leser eine Geschichte:

-- Als wir vor vielen Jahren Gärten der Italienischen Renaissance studierten, standen wir eines Tages auf dem Balkon des Schlosses in Vignanello, zusammen mit dem weißhaarigen Gärtner, dessen Leben dieser Garten war. Er erzählte, wie er die Medaillons „seines“ Gartenparterres schnitt. Nach einem Spaziergang am Ende des Gartens angelangt, zeigte er mit einer einladenden Geste in die friedliche Landschaft, drehte sich dann mit der gleichen Geste zum Schloss und ging langsam zurück. Noch am selben Tag begann er die Initialen seines Fürsten in die ersten Hecken zu schneiden – wie auch sonst Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt, völlig mit sich im Reinen. Ein Garten als Kunstwerk, das die Jahrhunderte überdauert.---

Diesen Teil des Gartens kann man als Hommage an Vignanello interpretieren:
Eine Skulptur, aus Buchs geschnitten, mit regelhaften Geometrien. Sie liegt auf einer Terrasse zwischen einer Stützmauer zum „Hazelgrove“ (wie Ian Hamilton Finlay ihn benannte) und einer zweiten hohen Mauer, die den Geländesprung zum Nachbarn auf der eigenen Parzelle inszeniert. Beide Stützmauern sind aus recyceltem Bauschutt, Ziegeln und Betonblöcken, geschichtet.
Vor der höheren Mauer ersetzt eine Reihe von kleinen Quittenbäumen mit ihren im Herbst gelb leuchtenden Früchten die Zitronenbäume der italienischen Gärten. Vom Frühjahr bis zum Herbst setzen Blühereignisse Akzente, im Winter betonen Rauhreif und Schnee die Strukturen der Hecken.

Mähwege

Eine ganz besondere Freude bereiten die Mähwege – eher Spuren, keine echten Wege, die sich durch häufiges Mähen der ca einen Meter breiten Spur sowohl räumlich abheben wie auch durch Blüten und Blattfarben anderer Kräuter, Gräser und Seggen verdeutlichen.

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Planungsbüro

LATZ+PARTNER
Kranzberg

Projektzeitraum
1991

Größe
1 Hektar

Adresse
Ampertshausen 6
85402 Kranzberg
Deutschland

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Projekttyp
Hausgärten