Altmarkt Zeitz Umgestaltung Stadtplatz

Blick über den Marktplatz © 2014 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

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Altmarkt Zeitz © 2014 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

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Gestaltungsplan © 2011 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

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Aus der Luft, Altmarkt Zeitz © 2015 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

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Altmarkt Zeitz © 2015 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

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Blick über den Altmarkt © 2014 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

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Denkmal, Altmarkt Zeitz © 2015 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

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Nebelbrunnen - Reminiszenz historischer Stadtgrundriss © 2014 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

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Frühlingserwachen Altmarkt Zeitz © 2015 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

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Blick über den Marktplatz © 2014 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

Altmarkt Zeitz © 2014 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

Gestaltungsplan © 2011 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

Aus der Luft, Altmarkt Zeitz © 2015 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

Altmarkt Zeitz © 2015 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

Blick über den Altmarkt © 2014 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

Denkmal, Altmarkt Zeitz © 2015 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

Nebelbrunnen - Reminiszenz historischer Stadtgrundriss © 2014 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

Frühlingserwachen Altmarkt Zeitz © 2015 Matthias Därr Därr Landschaftsarchitekten

Das Projekt "Altmarkt Zeitz" erhielt eine Auszeichnung und den Publikumspreis zum Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2016.

"Platz als offene, flexible Bühne des öffentlichen Lebens – aus diesem tragenden Prinzip der klassischen europäischen Stadt überzeugend entwickelt, präsentiert sich der Altmarkt in Zeitz nach seiner Umgestaltung als ansprechend einladende wie lebendig bespielbare Mitte der Stadt", urteilt die Wettbewerbsjury.

Konzeption
Ziel des Entwurfes war es, mit einfacher und zeitgemäßer Formensprache die ursprüngliche Einheit des Platzes wieder herzustellen. Historische Linienführungen werden neu interpretiert und so die vorhandene Gefällesituation durch breitere, flachere Böschungen - unter Beibehaltung des nördlichen Platzgefälles - gelöst. Damit wird eine direkte barrierefreie Verbindung zwischen dem Rathaus und dem gegenüberliegenden Gewandhaus ermöglicht. Der gesamte Platz mit seinen unmittelbar angrenzenden Straßen wird als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen.

Die flach geneigten, mit Frühlingsgeophyten ausgestatteten Rasenflächen sind durch breite Natursteinelemente eingefasst. Die Homogenität der Wege- und Platzflächen wird durch Granitpflaster erreicht. Es entstand eine Fläche, die zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten bietet und das hervorragende Gebäudeensemble wirkungsvoll in Szene setzt. Die Beleuchtung hellt historische Bauten, Bauteile und Objekte auf. Stelen in der Funktionslinie vor dem Gewandhaus und zwischen den Bäumen, die auf das Rathaus zuführen, bieten attraktive, nachts erhellte Informationsträger. Hockerbänke, Fahrradständer und Papierkörbe komplettieren den Platz.

Dem Mahnmal für die Opfer des Faschismus ist bei der Umgestaltung des Platzes ein repräsentativer Standort zugewiesen worden. An der Nordwestecke des Altmarktes sind bei archäologischen Grabungen Fundamentreste eines größeren Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert zu Tage getreten. Dieser Fund ist Bestandteil des Unterirdischen Zeitz, einem Labyrinth unterirdischer Gangsysteme. Die Funde wurden künstlerisch verfremdet und als oberflächengleiches Bodenrelief in Form des Nebelbrunnens abgebildet. Der in der modernen Kunst gebrauchte Ansatz der verfremdeten fragmentarischen Wiedergabe von verlorenen Elementen soll neugierig machen und den Geist des Ortes erhalten. Der metallische Glanz der Natursteine zeugt von Werthaltigkeit und setzt sich deutlich von Originalbauteilen ab. Eingelassene Nebeldüsen legen in Abständen einen feinen kniehohen Wassernebel über das Relief, lassen es verschwinden und langsam wieder zu Tage treten.

Die Umgestaltung des Altmarktes setzt Impulse für die Stadtentwicklung und belebt den innerstädtischen Standort.

Bauausführung
Mit der Neugestaltung des Altmarktes wurde ein grundhafter Ausbau des Platzbereiches und eines Großteils der umlaufenden Erschließungsstraßen notwendig. Ziel war die Ausbildung einer verkehrsberuhigten Zone.

Auf Grund gegebener Randbedingungen (archäologische Funde, unterirdische Gangsysteme, schlechte Baugrundverhältnisse) war hinsichtlich des Fahrbahnaufbaus eine Sonderbauweise notwendig. Der Ausbau der Fahrtrasse erfolgte in gebundener Bauweise in Natursteingroßpflaster im Reihenverband mit wechselnder Abfolge unterschiedlich breiter Pflasterreihen sowie seitlicher Einfassung durch Läufersteine. Um Schäden an der Linienentwässerung zu vermeiden, ist eine Bewegungsfuge entlang der angrenzenden Bordanlage entstanden.

Abweichend von der Gestaltung der Fahrtrasse erfolgte der Ausbau der Platzfläche in ungebundener Bauweise auf einer Dränasphalttragschicht. Für diese Fläche wurden neun unterschiedliche Steinformate im Netzverband verlegt. Um eine optische Abgrenzung zwischen Marktplatz und Parkstellflächen zu erreichen, wurden diese in Reihenverband hergestellt. Aufgrund der maschinellen Kehrung war es notwendig, den Fugenabstand durch die Verwendung maßhaltiger Pflastersteine zu minimieren.

Bei der Ausführung der Arbeiten wurde besonderer Wert auf die Qualität der zu liefernden Naturwerksteine gelegt. Dies betraf sowohl die mineralogisch-petrographischen und technisch-physikalischen Gesteinseigenschaften als auch die Herstellung, Bearbeitung (insbesondere Oberflächenbearbeitung) und Maßhaltigkeit. Im Rahmen der Baumaßnahme sind verschiedene Gesteinsvarianten als Pflaster; Platten, Stufen und Mauerabdeckstein zum Einsatz gekommen. Um das Pflasterbild zu beleben, wurde ein breites Farbenspektrum ausgewählt. Der Pflaster- und Plattenbelag wurde je nach Einsatzort in Materialstärken von 12 und 14 cm geliefert und in gebundener und ungebundener Bauweise eingebaut. In den Anpassungsbereichen der Gehwege und Zufahrten ist das Klein- und Mosaikpflaster (Segmentbogen bzw. Schuppenverband) im Pflasterverband aus dem zwischengelagerten Material hergestellt worden.

Die Neugestaltung des Altmarktes erfolgte im Konsens mit den Denkmalbehörden und kann als ein gelungenes Beispiel, für den Umgang mit Denkmalsubstanz und der gleichzeitigen Reaktion auf die moderne Nutzung gelten.

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Dokumente zum Download

Die Jury im Wettbewerb Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2016 zum Altmarkt Zeitz

PDF (0.2 MB)

Planungsbüro

DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN
Halle (Saale)

Mitarbeiter
Dipl.-Ing. Matthias Därr, bdla/IFLA
Dipl.-Ing. (FH) Thomas Grafe
Dipl.-Ing. Sigrun Därr

Weitere Planer
Örtliche Bauüberwachung
IB Steinberg Ingenieurbüro
Carsten Steinberg
Naumburg

Nebelbrunnen
Steinmetz / Bildhauer
Christian Späte
Zeitz

Projektzeitraum
2011 - 2014

Größe
8.420 m²

Auftraggeber
Stadt Zeitz
Oberbürgermeister Hr. Dr. Kunze
Altmarkt 1
06712 Zeitz

Ansprechpartner:
FB Technisches Zeitz
Hr. Immisch
Tel. +49 3441 83 417

Adresse
Altmarkt
06712 Zeitz
Deutschland

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Projekttyp
Plätze, Promenaden, Fußgängerzonen
Verkehrsanlagen
Stadt-, Freiraumentwicklungskonzepte