Übergang Naturkinderhaus in Bina- Aue © 2023 Alexander Bernhard ksla
Blick vom Parkplatz auf das Naturkinderhaus © 2022 Rolf Sturm Rolf Sturm/ ksla
Luftbild mit Lage an der Aue © 2023 Alexander Bernhard ksla
Lageplan © Klaus + Salzberger PartGmbB
Einbindung in Straßenraum © 2021 Klaus + Salzberger PartGmbB
Vorplatz © 2021 Klaus + Salzberger PartGmbB
Auen- Ansicht © 2022 Rolf Sturm Rolf Sturm/ ksla
Spielbereich Kindergarten © 2021 Klaus + Salzberger PartGmbB
Spielbereich Weidentunnel © 2021 Klaus + Salzberger PartGmbB
Sitztheater Kindergarten © 2021 Klaus + Salzberger PartGmbB
Im Ortskern von Bodenkirchen erwarb die Gemeinde ein Grundstück an einer unübersichtlichen Straßenkreuzung mit kaum noch vitalem Baumbestand nahe der Bina- Aue. Die zentrale Lage des Grundstücks in Verbindung mit einem vorgelagerten öffentlichen Straßenraum bot das Potential für eine öffentliche Einrichtung mit der gleichzeitigen Chance das Ortsbild aufzuwerten und die Erschließung zu ordnen.
Die Randlage zur Aue ließ die Idee eines Naturkinderhauses für Kindergarten und Kinderkrippe entstehen.
Herausfordernd waren die naturschutzfachlich hochwertigen Flächen und der Überschwemmungsbereich, die sich bis in das Plangebiet zogen.
Ein erster Schritt war die umfassende Betrachtung und Bewertung des Bestandes und die Einbindung der Erkenntnisse in die Entwicklung des Entwurfes.
Das Naturkinderhaus ist das Ergebnis der Verzahnung von Ökologie und Architektur und konnte nur aufgrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit von Bauherrn, Nutzer und Planern verwirklicht werden.
Es war möglich, schon von Anfang an gleichberechtigt mit dem Architekten und einer sehr aufgeschlossenen Bauherrenschaft (Gemeinde Bodenkirchen) eine gestalterische und wasserwirtschaftliche Herausforderung zu meistern.
Ein ganzheitlicher Planungsansatz, besonders zu Fragen eines minimalem Flächenverbrauch bei gleichzeitig hohem Nutzen, Berücksichtigung von Umweltbelangen (z.B. besonderer Artenschutz, Biodiversität, Wasserwirtschaft, Lebensraumgestaltung etc.) und einer komplexen Gestaltungsidee, konnte alle Belange gleichwertig abwägen.
Der konstruktive, kreative Dialog auf Augenhöhe zwischen Hochbau und Landschaftsarchitektur war maßgeblich für die erfolgreiche Zusammenarbeit.
Der L-förmigen Baukörper des Naturkinderhauses schmiegt sich dem Gelände folgend an die Hangkante zur Straße und verbindet öffentlichen Raum auf der einen und die Aue auf der anderen Seite. Der zum öffentlichen Raum orientierte Vorplatz des Kindergartens wurde weitestgehend freigehalten und öffnet daher die Möglichkeit einer multifunktionalen Nutzung. Der entstehende Freiraum Richtung Aue ist als geschützter Gartenbereich konzipiert und verbindet Spiel- und Naturraum.
Frühzeitige Abstimmungen mit Naturschutz, Wasserwirtschaft und Nutzer erlauben eine Doppelnutzung des Freibereichs ohne Retentionsraumverlust. Es entstand ein verbindender öffentlicher Raum, der die bisher asphaltierte Ortsbrache durch einen entsiegelten blühenden Freiraum ersetzt.
Die verwendeten regionalen Baustoffe (z.B. Klinker und Granit) und die Spielgeräte aus Eiche und Robinie lassen sich einfach demontieren und anderweitig wieder verwenden.
Teilweise wurden vorhandene Baustoffe vom örtlichen Bauhof eingesetzt.
Eine eigens für das Projekt entwickelte Zaun-Konstruktion (durchströmbar im Hochwasserfall und mit dem WWA abgestimmt) - in diversen Grüntönen schafft den Übergang zur freien Landschaft.
Für die frei bespielbaren Installationen konnte ein Holzkünstler gewonnen werden.
Die Eingrünung zur Siedlungsfläche erfolgte durch Staudenmischpflanzungen, die bereits im zweiten Standjahr eine fast vollständige Deckung zeigten. Diese Flächen und das Rasenfugenpflaster der Parkplätze nehmen einen Großteil der anfallenden Regenmengen auf. Richtung Aue wandelt sich die Bepflanzung hin zu heimischer Artenzusammensetzungen und blühende Wiesenflächen verschmelzen schließlich mit dieser.
Ein Großteil der Außenspielfläche liegt im Hochwasserbereich. Entsprechend ist die Bauweise des Zauns und auch die Ausstattung des Spielbereiches gewählt. Der Verlust von Retentionsvolumen durch das Gebäude wurde im direkten örtlichen Bezug außerhalb des Kindergartens in Abstimmung mit dem WWA durch Abgrabung ausgeglichen. Zudem wurden Röhricht Soden als Initialpflanzungen umgesetzt.
Die Standortpotentiale zu nutzen und der kooperative Prozess war Teil der spannenden Planungsaufgabe.
Mehr lesen +
Planungsbüros
Klaus + Salzberger Landschaftsarchitekten PartGmbB
Eching in Ndb.
Mitarbeiter
Peter Bedner
Weitere Planungsbeteiligte
Architekt Bernhard Englmeier
Holzkünstler Örni Poschmann
WeidenArt Freitag
Weindl Garten- und Landschaftsbau
Projektzeitraum
2017
- 2021
Größe
4000
Auftraggeber
Gemeinde Bodenkirchen
Adresse
84155 Bodenkirchen
Auszeichungen & Preise
Architektouren 2025
Projekttyp
Dorferneuerung und -entwicklung
Freianlagen für Gewerbe und öffentl. Einrichtungen
Eingriffsregelung und Kompensation
Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen
Spielplätze, u.a. an Kitas und Schulen
Konzepte für Klimaanpassung und Klimaschutz