Hoheward - Der Landschaftspark

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© 2008  Freese Obelisk und Horizontobservatorium 

Hoheward - Der Landschaftspark Ein Projekt mit Neuen Horizonten


Seit 2004 haben wir im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr (RVR) sowie der Städte Herten und Recklinghausen in Zusammenarbeit mit der RAG Deutsche Steinkohle den Landschaftspark und insbesondere die Bergehalde Hoheward (Fläche rd. 160 ha, Höhe rd. 100 m) von der Rahmenplanung über Entwurf und Ausführungsplanung bis zur Bauüberwachung betreut und dabei der Planungsidee (Masterplan Neue Horizonte) von Agence Ter, Prof. Henri Bava, Paris/Karlsruhe mit einem von der Idee inspirierten Gestaltungskonzept zur Realisierung verholfen.

Die Planung umfasste Freianlagen und Tiefbau in schwierigen topographischen Verhältnissen (Bergehalde, Realisierung im parallel laufenden, inzwischen abgeschlossenen Schüttbetrieb) sowie Geländegestaltung mit Abstützungen, Platz- und Wegebau in Hanglagen, Rampen und Treppen („Gabionen–Steige“), horizontastronomische Sonderbauwerke (Sonnenuhr, Horizont–Observatorium). Es wurden alle Tätigkeiten in den Leistungsphasen 1-9 selber ausgeführt. Die Planung von Stahlkonstruktionen (Obelisk, Horizontbögen, Tore, Balkone, Empore, Brücken) erfolgte durch Fachingenieure und Architekten. Die Landschaftsplanung (Landschaftspflegerische Begleitplanung / Artenschutzprüfung / Waldumwandlung) wurde selber ausgeführt. Umfangreiche Ausgleichs- und Artenschutzmaßnahmen erfolgten mit unserer Planung und Bauüberwachung auf der Grundlage eines vorliegenden Pflege- und Entwicklungsplans (PEPL) im Naturschutzgebiet „Emscherbruch / Ewaldsee“.

Hoheward – Der Landschaftspark hat sich in 12 Jahren zu einem der „Top Five“–Projekte im Emscher Landschaftspark entwickelt.

Die Grundstruktur der Gestaltung des Landschaftsparks ist überzeugend schlicht und klar gegliedert. Den „Neuen Horizonten“ folgend, bilden die Ringpromenade (unterster Horizont), die Balkonpromenade (mittlerer Horizont) und der Tophorizont (oberster Horizont) die Kernelemente der Erschließung und Gestaltung und lassen zugleich die Schichtung der Landschaft erleben. Die Promenaden werden durch Serpentinen, Treppen und Gabionen-Steige ergänzt, die in Fortsetzung der sternförmig auf die Halde zulaufenden Anbindungen, dem Drang des Menschen folgend, auf direktem Weg zum Tophorizont führen. So ensteht ein Erschließungssystem, das sich grundlegend von den bisherigen Wegesystemen auf anderen Halden unterscheidet. Der Tophorizont, als riesiges Plateau, mit einer Länge von 600 m (im Endzustand), bietet ein einzigartiges Panorama und das Gefühl, an einem Ort zu sein, „wo sich Himmel und Erde berühren“.
Für den Landschaftspark ist mit der Objektplanung eine eigene Gestaltsprache entwickelt worden, die ebenso überzeugend schlicht und klar gegliedert ist. Den weich geschwungenen Wegen, die dem Gelände- und Böschungsverlauf folgen, und den lang gestreckten Wegeachsen, die auf ehemaligen Fahrspuren und Gleistrassen verlaufen, werden klare geometrische Formen (Dreieck, Rechteck und Kreis) entgegen gesetzt, die für bestimmte Funktionen stehen: Dreieck = Wendepunkt / Spitzkehre im Wegeverlauf, Rechteck = Raum / Platz für Aufenthalt, Kreis = Idealform der Horizont-Astronomie. Als wiederkehrendes Element werden sie zu Markenzeichen des Landschaftsparks.
Die Gestaltung ist stets funktional und steht im Wechselspiel mit der herben Schönheit der Halden-Rekultivierung mit ihren Haldenwald- und Sukzessionsflächen sowie Ruderal- und Wiesenflächen. Bei der vegetativen Gestaltung steht daher die „Parkpflege“ im Vordergrund. Sichtschneisen eröffnen neue Perspektiven, Blütensträucher markieren die Ränder. Horizonte werden klar definiert, finden eine klare Abgrenzung zwischen geschlossen (Wald) und offen (Wiese). Flächenpflanzungen beruhigen das Auge, stehen in Proportion zur gewaltigen Dimension der Halde. Gezielte Akzente werden an den Auftaktplätzen und den Halden-Antritten gesetzt. Im Frühjahr erstrahlt hier die Kirschblüte.
Wie ein roter Faden durchziehen Bruchstein-Gabionen den Landschaftspark. Sie erscheinen im steinigen Haldenmaterial als konsequentes Bau- und Gestaltungsmaterial: funktional zur Böschungssicherung, architektonisch als Einfassung und praktisch als robuste Sitzgelegenheit. Mit einer Gitterrostauflage werden sie zu einem Gabionen-Steig, der dem Böschungsverlauf mit allen Steigungswechseln bis zum Top-Horizont folgt. Diese erstmalig für diesen Haldenstandort entwickelte Konstruktion überzeugt (kostengünstiger als eine (Stahl-)Treppenanlage, dauerhafter als eine Holzkonstruktion, trittsicherer, da Stufen von Geröll frei bleiben, einfachere Gründung, da Verankerung mit anstehendem Material, flexibler bei Steigungswechseln) und entspricht, insbesondere nach dem gewünschten Einwachsen, dem extensiven Charakter eines Steiges.
Eine Besonderheit stellen zwei Anlagen der Horizontastronomie auf dem Top der Halde Hoheward dar: Sonnenuhr mit Obelisk und Horizont-Observatorium mit Äquartor- und Meridianbogen (Idee/ Konzept: Initiativkreis Horizontastronomie im Ruhrgebiet e.V.). Auf der Sonnenuhr können die Bewegung der Sonne, der Wechsel von Tag und Nacht sowie das Phänomen Zeit sinnlich erfahren werden, während im benachbarten Horizont-Observatorium, die neue Landmarke des Ruhrgebiets, die Rhythmen planetarer und stellarer Objekte durch eigene Beobachtungen erlebt werden können. Beide Plätze sind zudem für die Besucher Zielpunkte des Aufstiegs und außergewöhnliche Aufenthaltsorte.
Hoheward – Der Landschaftspark. ist ein Gemeinschaftsprojekt des Regionalverbandes Ruhr mit den Städten Herten und Recklinghausen in Zusammenarbeit mit der RAG Deutsche Steinkohle.
Das Bauvorhaben wird von der Europäischen Union kofinanziert – Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung.
Das Projekt wird mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Ökologieprogramms im Emscher-Lippe-Raum durch die Bezirksregierung Münster gefördert.
Bauherr des Gemeinschaftsprojektes auf der Halde Hoheward ist der Regionalverband Ruhr, Essen.

Planung

Freese Landschaftsarchitektur
Dipl.-Ing. Andreas Freese Landschaftsarchitekt AKNW/BDLA

Altendorfer Straße 274
46282 Dorsten


Projektinformationen

Projektzeitraum
(2000) 2004 - 2015

Größe
rd. 160 ha

Bausumme
rd. 25 Mio. EUR (Gesamtkosten 1.-3. BA)

Auftraggeber • Bauherr
RVR Regionalverband Ruhr, Essen

Adresse
Ewaldstraße
45699 Herten


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