Umgehungsgerinne & Neckarseitenarm Zugwiesen

12345678910111213

Rundgang schließen

© 2013  Wolff & Müller, Künzelsau Zugwiesen 

© 2012  Geitz & Partner Zugwiesen 

© 2012  Geitz & Partner Zugwiesen 

© 2012  Geitz & Partner Amphibiengewässer & Umgehungsgerinne - Zugwiesen 

© 2012  Geitz & Partner Sohlengleite im Umgehungsgerinne Zugwiesenbach 

© 2012  Geitz & Partner Umgehungsgerinne 'Zugwiesenbach' 

© 2012  Geitz & Partner Zugwiesenbach 

© 2013  Geitz & Partner Seitengewässer mit Holzsteg und Aussichtsturm 

© 2011  Geitz & Partner Konstruktionsansicht Aussichtsturm Storchennest 

© 2012  Geitz & Partner Aussichtsturm Storchennest in den Zugwiesen 

© 2015  Geitz & Partner Herbstimpression am Seitengewässer Zugwiesen 

© 2015  Geitz & Partner Lahnungen zwischen Seitengewässer und Neckar 

© 2015  Geitz & Partner Zugwiesen 

Umgehungsgerinne & Neckarseitenarm Zugwiesen in Ludwigsburg


Die Stadt Ludwigsburg realisierte im Bereich der Neckar-Staustufe Poppenweiler das IKoNE-Pilotprojekt "Zugwiesen". Die Gesamtmaßnahme besteht aus zwei grundsätzlich verschiedenen Funktionsräumen, die am ausgebauten Neckar zu den absoluten Mangelbiotopen gehören. Zum einem entstand ein 1,7 km langes Umgehungsgerinnes, das sowohl die gewässerökologische Barriere der Staustufe überwindet, als auch neue Lebens- und Reproduktionsräume für die typischen Fließwasserarten bietet. Zum anderen schafft ein neu angelegtes, reichhaltig gegliedertes, ca. 38.000 m² großes Seitengewässer den stagnophilen und auetypischen Gewässerorganismen den benötigten Stillwasserlebensraum. Dieses Gewässer ist durch eine große, unterschiedlich zonierte Öffnung mit dem Neckar verbunden, damit jederzeit ein ungehinderter Austausch aller, auch bodenorientierter Arten möglich ist.
Aufgrund der Lage im Ballungsraum mit einem hohen Erholungsdruck wurde eine Infrastruktur mit „Besuchermagneten“ (Stege, Insel mit Aussichtsturm) angelegt, um dem Interesse der Menschen an der neu geschaffenen Neckarlandschaft gerecht zu werden und diese gezielt lenken zu können.

Umgehungsgerinne:
Damit die Fische „Barbe, Nase, Hasel und Co" die 7 m Höhendifferenz an der Staustufe Poppenweiler überwinden können, bedarf es mehr als nur eines technischen „Fisch- Treppenhauses“. Entlang dem gesamten Zugwiesenprojekts fand ein 1,7 km langes Fließgerinne Platz, das nicht nur den Fischaufstieg ermöglicht, sondern selbst eigenständiger Fließwasserlebensraum ist; ein Mangelbiotop am schiffbaren Neckar. Die steilere Fließstrecke mit 5 m Höhendifferenz wurde als Sohlengleite mit Raugerinne-Becken-Struktur gestaltet.

Seitengewässer:
Begradigung und Eindämmung des Neckars haben zum fast vollständigen Verlust angrenzender Auebiotope samt ihrem Arteninventar geführt. Um Stillwasserarten neuen Lebensraum zu bieten, wurden reich gegliederte und strukturierte Seitengewässer gebaut, die große Kontaktbereiche zum Neckar besitzen. In den Zugwiesen wurden 3,8 ha neue Stillwasserflächen mit bis zu 2,8 m Tiefe angelegt, Sohle und Böschungen dabei differenziert ausgestaltet. Die Ufer sind teils bepflanzt, angesät oder der Sukzession überlassen. Ingenieurbiologische Bauwerke helfen die schiffsinduzierten Wasserspiegelschwankungen zu reduzieren, damit Hecht, Schleie und andere Cypriniden optimale Fortpflanzungsbedingungen bekommen.
Neben diesen, mit dem Neckar verbundenen Ersatzlebensräumen für Fische, ist auch für Amphibien gesorgt. Zahlreiche Wasserflächen unterschiedlicher Größe, Tiefe, Struktur und Kontinuität stellen Lebensräume von der Pfütze zum Tümpel- bis hin zum kleinen Seebiotop dar. Durch die geschützte und unzugängliche Lage zwischen Umgehungsgerinne und Neckar ist größtmögliche Störungsfreiheit garantiert.

Steg und Aussichtsturm:
Ein breiter, geschwungener Steg mit Holzbelag ist gleichermaßen Erlebnis- wie Verbindungselement zur Besucherinsel. Beim Überqueren von Umgehungsgerinne und Seitengewässer genießt man eine Vielzahl interessanter Blicke in, auf und über das Wasser. Am Ende des Steges gelangt man auf die Besucherinsel mit dem Aussichtsturm, das Storchennest, der den Besuchern den Überblick und die Möglichkeit zur Beobachtung aus der Vogelperspektive verschafft. Sein Name drückt die Hoffnung aus, dass Störche hier wieder heimisch werden. Hier kann der Naturliebhaber verweilen, beobachten und die Dimension der Auebiotope in den Zugwiesen realisieren.

Bauzeit 1. Bauabschnitt: Juli 2011 - April 2012
Baukosten 1. BA: ca. 2,4 Mio. €

Bauzeit 2. Bauabschnitt: Februar 2013 - April 2014
Baukosten 2. BA: ca. 3,9 Mio. €

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Peter Geitz, Thomas Kusche, Andreas Eisner, Simone Krieger

Planung Aussichtsturm in freier Mitarbeit: Marion Geitz, Mark Scholder

Planung

Geitz & Partner GbR
Dipl.-Ing. (FH) Peter Geitz, Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kusche, Dipl.-Hyd. Holger Kappich

Sigmaringer Straße 49
70567 Stuttgart


Projektinformationen

Projektzeitraum
1999 - 2014

Auftraggeber • Bauherr
Stadt Ludwigsburg und Wasser- und Schifffahrtsamt Stuttgart (WSA)


Projekt auf Karte anzeigen

 

Video schließen

Anfang

Übersicht schließen