Liebigstraße 1

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© 2018  Philipp Obkircher Aufenthalte 

© 2017  Simon Menges Wiesenecken 

© 2017  Simon Menges Vegetationssaum 

©  herrburg Entwurfsplan 

© 2017  Simon Menges Wegeverbindungen zu Eingängen 

© 2018  Philipp Obkircher Gemeinschaftliche Mitte 

Liebigstraße 1


Ort
Das Baugruppenprojekt „Liebigstraße 1“ in Berlin-Friedrichshain, unweit der Frankfurter Allee zwischen Liebig- und Rigaer Straße, umfasst sechs Punkthäuser mit insgesamt 144 Wohneinheiten und einer Tiefgarage, die sich in einen typischen ‚Berliner Block’ einbetten.

Konzept / Leitidee
Im Kontrast zur zentralen urbanen Lage war es Wunsch der Bewohner, einen gemeinschaftlichen Garten zu gestalten. Das bedeutet, dem Grün Raum zu geben, die versiegelten Flächen maximal zu reduzieren und die notwendige Infrastruktur platzsparend zu bündeln. Trotz höchster baulicher Dichte, Unterbauung durch eine Tiefgarage, Auflagen für die Rettungswege, Leitungsführungen und anspruchsvoller Topografie gelang es, das gärtnerische Bild umzusetzen. Kompakte Weidenpflanzungen, großflächige Gräserpflanzungen und stabile Staudenkombinationen vermitteln einen üppigen grünen Eindruck.

Gartengemeinschaft versus privaten Rückzug
Von Anfang an hat die Baugruppe sich auch als Gartengemeinschaft verstanden und sich für eine gemeinschaftliche Nutzung des Gartens ausgesprochen. Um eine Kleinteiligkeit zu erreichen, die unterschiedliche Aneignungen des Freiraums ermöglicht, ohne soziale Distanzen auszuhebeln, werden Gartengehölze wie Schneeball und Hortensien zur Raumbildung eingesetzt. Gleditschie und Frühlingskirsche als stabile Großgehölze im städtischen Kontext fungieren als Filter für allzu nahe Sichtkontakte. So gelingt es, auch die den Erdgeschosswohnungen vorgelagerten privaten Gärten mit Hilfe von transparenten Grenzen aus Gräser- und Staudenbändern in den Gemeinschaftsgarten einzubinden.
Räume
In der komplett unterbauten zentralen Achse dienen lineare Klinkerpflasterbänder der direkten und barrierefreien Erschließung für Autos, Fahrräder oder Rollstühle. Diese Bänder werden gestalterisch durch helle Natursteinpflasterflächen zwischen den einzelnen Gebäuden gebrochen. Durch die Kombination von Schotterrasen, Klinker- und Rasenfugenpflaster konnte hier die Versiegelung maximal reduziert werden. Gräser- und Gehölzpflanzungen gliedern den Raum rhythmisch. Der Einsatz von Glasschotter begrenzt die auf der Tiefgarage ruhende Deckenlast und ermöglicht die notwendigen Aufbaustärken für Pflanzungen. Die Eingangsbereiche werden durch kontrastreiche Klinkerstreifen und Schmuckpflanzungen betont.
Seitlich flankieren üppig bepflanzte Gartenbänder mit Spielangeboten, Gärtnerflächen und Sitzbereichen das Grundstück. Ähnlich der Bewohnerstruktur wird sich auch dieser Bereich im Laufe der Zeit wandeln können. Das flexible Spielkonzept unterstützt, dass Spielgeräte künftig umfunktioniert oder auch erweitert werden und sich somit neue Möglichkeiten der Aneignung des Raumes eröffnen. Rasentreppen verbinden die Gartenräume.
Zwischen gemeinschaftlicher Mitte und den grünen Rückzugsorten der Gartenbänder liegen die Wiesenecken. Eigentlich Aufstell- und Anleiterflächen für die Feuerwehr, bieten sie Raum für Ballspiele und Feste. Sie werden von ruhigen Gräserpflanzungen und Staudenbändern gerahmt.
Die Baugruppe ermöglicht trotz der z.T. konfliktträchtigen Nachbarschaft die Nutzung des Grundstücks als quartiersinternen Erschließungsweg. Ein kleiner Quartiersplatz an der Rigaer Straße öffnet wie von einem Balkon den Blick in den darunterliegenden Garten

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

zanderroth Architekten

Planung

herrburg Landschaftsarchitekten
Mareike Schönherr, Markus Schönherr, Susanne Friedburg

Käthe-Niederkirchner-Straße 28
10407 Berlin


Projektinformationen

Projektzeitraum
2012 - 2014

Größe
3.000

Auftraggeber • Bauherr
Planungsgemeinschaft Rigaer Straße GbR vertreten durch smarthoming

Adresse
Liebigstraße 1
10247 Berlin

 

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