Markt und Tuchmarkt Zeulenroda-Triebes

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©  Holtschneider & Peetz | fotoatelier2 Blick über den Markt zum denkmalgeschützten Rathaus 

©  club L94 | club L94 Landschaftsarchitekten GmbH Lageplan 

©  Holtschneider & Peetz | fotoatelier2 Blick vom Rathaus auf den Markt 

©  Holtschneider & Peetz | fotoatelier2 Lichtstelen auf Basaltpflaster und verschleifende Stufen am Marktplatz schaffen ein klares Bild 

©  Holtschneider & Peetz | fotoatelier2 Die Karpfenpfeiferskulptur wird durch das Wasserspiel "Karpfenkabarett" ergänzt und von Kindern bespielt 

©  Holtschneider & Peetz | fotoatelier2 Der Baumblock am Tuchmarkt aus aufgeasteten Platanen 

©  Holtschneider & Peetz | fotoatelier2 Buswartehäuschen am Tuchmarkt 

© 2008  Holtschneider & Peetz | Fotoatelier2 Spielbereich am Tuchmarkt 

Markt und Tuchmarkt Zeulenroda-Triebes


Der Entwurf nutzt landschaftsarchitektonische Mittel, um die historischen Raumkanten im Übergang vom Markt zum Tuchmarkt wieder nachzuempfinden. Markt und Tuchmarkt werden wieder als klare und eigenständige Stadträume mit eigenen Identitäten erlebbar. Das historische, demkmalgeschützte Rathaus dominiert den Markt als bedeutenstes und imposantestes Gebäude der Stadt Zeulenroda.

Eine weitere Maßnahme ist die Reduzierung sämtlicher sichtbarer verkehrlicher Elemente durch die einheitliche Gestaltung der Pflasteroberfläche mit ortstypischen Natursteinstrukturen. Diese, dem Fußgänger zugeordnete städtische Textur verleiht dem Platz eine klare Aussage. Er wird als Mittelpunkt der Stadt und Teil der Fußgängerzone wieder Ort der Kommunikation und des Handels. Der von einem Künstler gestaltete Brunnen „Der Karpfenpfeifer“ wird restauriert und auf der Platzfläche neu verortet.

Im Herzen der Stadt Zeulenroda im Thüringer Vogtland befindet sich der Marktplatz mit dem klassizistischen Rathaus (19. Jhd). Der historische Marktplatz vor dem Rathaus wurde in den 60-er Jahren nach funktionalen Bedürfnissen (Verkehr und Parkplätze) in der Innenstadt umgebaut. Der naheliegende Tuchmarkt wurde durch die große Kreuzung an der Aumaischenstrasse zu einer Restfläche degradiert.
Vor diesem Hintergrund wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Aufgabe darin bestand, den Platz so umzugestalten, dass er als zentraler Ort für die Bürger wieder zur Verfügung steht und einen repräsentativen Eindruck hinterlässt.

Historie
In alten Karten und Fotos lässt sich erkennen, dass der Marktplatz in geometrischer Form dem Rathaus zugeordnet war. Der Tuchmarkt war durch die ehemalige Bebauung westlich des Rathauses räumlich vom Markt getrennt. Es gab zwei Plätze mit eigenständigen Identitäten, die durch den Verlust der historischen Raumkanten zu einem unproportionierten Großraum zusammengeführt wurden.

Konzept
Das landschaftsarchitektonische Konzept repariert die fehlende Raumkante zwischen den beiden Plätzen, indem es einen Baumblock in die Flucht des Rathauses setzt. Dadurch werden die verlorenen Proportionen wiederhergestellt und die Eigenständigkeit der beiden Plätze ablesbar gemacht. Außerdem wird das Verkehrsaufkommen im Umfeld des Rathauses auf ein Minimum reduziert, sodass die Aufenthaltsqualität des Platzes im Vordergrund steht.

Entwurf
Der Marktplatz wird durch einen dunklen Basaltteppich und Lichtstelen als Bühne für Kommunikation und Handeln der Bürger hervorgehoben. Die Randbereiche des Markts, die Flächen unter dem Baumblock und der Bereich Tuchmarkt werden in Kalksteinmittelpflaster ausgebildet, welches durch seine warmen Erdfarben mit den angrenzenden Fassaden harmoniert. Das starke Gefälle auf dem Platz wird durch einen Stufenwinkel an der Goethestraße aufgefangen. Die vorhandene Karpfenpfeiferskulptur wurde durch das „Karpfenkabarett“ ergänzt. Als Wasserspiel mit Karpfenfiguren ist es für Kinder ein beliebter Spielbereich, der von den gastronomisch genutzten Rändern des Platzes gerne beobachtet wird.
Um die Aufenthaltsqualität des neuen Platzes zu stärken, wurden an den historischen Fassaden Sitzbänke und große Töpfe mit blühenden Pflanzen verortet. Hier sitzen heute die Bürger der Stadt und sind stolz auf die neue Mitte ihrer Innenstadt.
Der Baumblock am Tuchmarkt ist aus aufgeasteten Platanen erstellt. Neben der räumlichen Wirkung bietet er unter seinem Blätterdach einen wertvollen Bereich mit Spiel- und Aufenthaltsqualität.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

B. Wegener, G. Klose, D. Schayen, T. Dill

Planung

Club L94 Landschaftsarchitekten GmbH
Dipl. Ing. Frank Flor, Dipl. Ing. Jörg Homann, Dipl. Ing. Götz Klose, Prof. Burkhard Wegener

Zechenstraße 11
51103 Köln


Projektinformationen

Projektzeitraum
2007 - 2010

Größe
ca. 5.500 m2

Bausumme
ca. 1.600.000 Euro

Auftraggeber • Bauherr
Stadtverwaltung Zeulenroda-Triebes

Adresse
Tuchmarkt
07937 Zeulenroda-Triebes


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