Skulpturengarten am Georg Kolbe Museum

Biographie

Als Sohn eines künstlerisch interessierten Malermeisters war er 1877 im sächsischen Waldheim geboren worden. Er studierte von 1891−98 Malerei und Zeichnung in Dresden, München und an der Académie Julian in Paris. 1898−1901, begann er eher zufällig mit dem Modellieren; der Bildhauer Louis Tuaillon gab ihm Hilfestellung in technischen Fragen. 1902 lebte Kolbe zuerst in Leipzig, bevor er 1904 nach Berlin zog. Er wurde in die Berliner Secession aufgenommen und vom bedeutendsten Kunsthändler der Stadt, Paul Cassirer, vertreten. 1905 war er einer der ersten Stipendiaten der Villa Romana, Florenz. Um 1911/12 fand Kolbe zu einer eigenständigen plastischen Formensprache. Das Hauptwerk dieser Phase ist die Tänzerin (Nationalgalerie, Berlin). Nach dem Krieg nahm Kolbe in Berlin eine führende Position ein: Schon 1918 war ihm der Professorentitel verliehen worden; 1919 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und im gleichen Jahr Vorsitzender der Freien Secession, der damals bedeutendsten Künstlergemeinschaft in Berlin. Kolbes Stil änderte sich erneut in der Mitte der 1920er Jahre, gleichzeitig mit der politischen und wirtschaftlichen Beruhigung der Weimarer Republik. Der Bildhauer nahm Abstand von Stilisierungen und unnatürlichen Proportionen; stattdessen modellierte er sportlich bewegte Frauenfiguren mit skizzenhaft lockerer Oberfläche. Den größten Einschnitt in Kolbes Schaffen verursachte 1927 der tragische Tod seiner Ehefrau; danach entstanden keine heiteren Mädchenfiguren mehr, statt dessen Bildwerke, die Trauer und Verlassenheit ausdrücken. Kolbes Menschengestalten der 1930er Jahre sollten im Sinne Nietzsches als Vorbilder wirken. Während der Bildhauer bisher bewegte Figuren bevorzugt hatte, herrschen nun gelassen stehende Gestalten vor. Mit der zusammengebrochenen Gestalt Der Befreite (1945) spiegelte Kolbe die Erschütterung der Deutschen nach dem Kriegsende wider. Der Künstler, der im letzten Lebensjahrzehnt unter einer Krebskrankheit und abnehmender Sehfähigkeit litt, war bis zuletzt tätig. Er starb im November 1947 in Berlin.

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Georg Kolbe © 1940 unbekannt Narodowe Archiwum Cyfrowe, Sygnatura: 2-14259a

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Georg Kolbe © 1940 unbekannt Narodowe Archiwum Cyfrowe, Sygnatura: 2-14259a

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