Gartenanlage Haus Schminke Digitale Beiträge zum Denkmalwert einer Außenanlage

Naturnaher Teich © 2011 Heike Hoppe Sandro Wolff

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Eingangstor zum Garten © 2010 Sandro Wolff

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Der zentrale Gartenweg © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

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Blockstufentreppe zum Rondell © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

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Steingarten © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

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Nordausgang © 2010 Sandro Wolff

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Bruchsteinmauer zum Rondell © 2010 Sandro Wolff

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Der große Teich © 2010 Sandro Wolff

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Villa Schminke Nordseite © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

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Wohnbereich im Erdgeschoss © 2011 Heike Hoppe Sandro Wolff

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Speißeerker © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

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Wintergarten © 2010 Monique Müller Sandro Wolff

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Verbindung zwischen Erd.- und Obergeschoss © 2010 Monique Mueller Sandro Wolff

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Außenterrasse © 2011 Heike Hoppe Sandro Wolff

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Außenbeleuchtung © 2006 Dr. C. Hellbrügge

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Naturnaher Teich © 2011 Heike Hoppe Sandro Wolff

Eingangstor zum Garten © 2010 Sandro Wolff

Der zentrale Gartenweg © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

Blockstufentreppe zum Rondell © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

Steingarten © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

Nordausgang © 2010 Sandro Wolff

Bruchsteinmauer zum Rondell © 2010 Sandro Wolff

Der große Teich © 2010 Sandro Wolff

Villa Schminke Nordseite © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

Wohnbereich im Erdgeschoss © 2011 Heike Hoppe Sandro Wolff

Speißeerker © 2010 Michael Kress Sandro Wolff

Wintergarten © 2010 Monique Müller Sandro Wolff

Verbindung zwischen Erd.- und Obergeschoss © 2010 Monique Mueller Sandro Wolff

Außenterrasse © 2011 Heike Hoppe Sandro Wolff

Außenbeleuchtung © 2006 Dr. C. Hellbrügge

Der erste private Auftraggeber von Hans Scharoun (1893–1972), Fritz Oswald Schminke (1897-1971), ließ sich 1933 in Löbau eine Villa bauen, die ein herausragendes Beispiel für modernes Bauen darstellt. Die Villa Schminke ist als höchstrangiges Denkmal der Architektur der Klassischen Moderne international bekannt.

Die Bauabsichten für eine „Landhausvilla“ reichen aber bis in die Mitte des ersten Weltkrieges zurück. Eine solche wollte Wilhelm Schminke, der Vater von Fritz Schminke, bereits 1916 realisieren. Durch das damals existierende Bauverbot konnten aber nur Veränderungen am Grundstück vorgenommen werden.

Die erste Beauftragung für eine Gartengestaltung erhielt der Dresdner Gartenarchitekt Wilhelm Röhnick 1919. Als sich Scharoun 1930 mit der Planung des Hauses beschäftigte, wollte er sicherstellen, dass der bereits vorhandene Garten eine natürliche Erweiterung der Wohnräume wird. Somit werden von wichtigen Aufenthaltsbereichen des Hauses aus Blickachsen in den Garten ermöglicht. Vom Garten aus gesehen, ist das Haus Kulisse und Inszenierung zugleich.

Bevor der Entschluss zum Neubau fiel, informierte sich das architekturinteressierte Ehepaar Schminke auf verschiedenen Bauausstellungen. Die Weißenhofausstellung 1927 in Stuttgart und die Versuchssiedlung in Breslau 1929 wurden vom Deutschen Werkbund initiiert und waren richtungweisende Wohnsiedlungen der Klassischen Moderne. Da durch die unterschiedlichen Wohnkonzepte auf den Werkbundausstellungen das ohnehin schon große Interesse für modernes Bauen bei den Schminkes noch mehr verstärkt wurde, wandte sich Fritz Schminke an Hans Scharoun. 1967 schreibt Scharoun selbst dazu: „Das Haus, das mir am liebsten war, ließ sich der Fabrikant Schminke in Löbau in Sachsen bauen.“

Familie Schminke nutzte die Villa 12 Jahre als Wohnhaus. Mit Beendigung des zweiten Weltkrieges verließen sie die Villa. Kurze Zeit später beschlagnahmten Truppen der Roten Armee das Gebäude und bewohnten es mit Offizieren. Nach einem Jahr der militärischen Besetzung erfolgte die Rückgabe des Hauses an die Familie. Zunächst wurde ein Erholungsheim für Kinder bombengeschädigter Familien aus Dresden eingerichtet. Im April 1951 verließen die Schminkes Löbau und ein Jahr später wurde die Stadt Löbau Besitzer von Gebäude und Garten. Nach 1952 unterlag das Gebäude mit seiner Außenanlage einem vielfältigen Nutzungswechsel. Vom anfänglich eingerichteten Kindergarten wurde es zum Klubhaus der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ) und ab 1963 dann zum Kreispionierhaus. Ab 1990 wurde das Baudenkmal als Jugend- und Freizeitzentrum genutzt.

Durch die verschiedenen Nutzungsansprüche ging an Originalbausubstanz des Gebäudes und der Außenanlage einiges verloren. Um den fortschreitenden Verfall des Gebäudes aufzuhalten, wurde im Jahr 2000 mit der Sanierung des Hauses begonnen. Im Mai 2009 gründeten die Stadt Löbau und die Hess AG die Stiftung „Haus Schminke“, die sich bis heute um alle Belange der Anlage kümmert.

Als Wilhelm Schminke 1916 die Baugrube für den Hausneubau ausheben lies, wurden die Bodenmassen vor allem dazu genutzt, das nach Norden hin abfallende Gelände aufzuschütten und neu zu modellieren. Der Gartenarchitekt Röhnick hat den Villengarten Schminke 1919 noch Baubeginn des Hauses gestaltet. Auf Grundlage der schon vorhandenen Geländemodellierung, der Einfriedung in Verbindung mit den Bruchsteinmauern, plante er den Garten um und neu. Zu den wichtigsten Veränderungen und Einbauten durch den Gartenarchitekten Röhnick zählen die Einfriedung zur Kirschallee, der Pavillon am Rondell und die Brücke zwischen den Teichen.
Mit der Festlegung der Blickachsen in den Garten bei der Planung des Hauses wollte Scharoun die Einheit zwischen Garten und Gebäude herstellen. Die wesentlichen planerischen Eingriffe in den Garten durch die Architektur von Hans Scharoun sind: Das Gartentor im Nordwesten 1933, die Brückenbank auf dem zentralen Gartenweg 1934 und 1937 die gemauerte Gartenbank im Westen, der neue Wirtschaftsschuppen im Westen und das Gartenhaus in der Nordostecke des Grundstücks.

Hans Scharoun hatte bereits beim Besuch des Hauses kurz nach dessen Fertigstellung gemeinsam mit dem Ehepaar Hammerbacher-Mattern über Veränderungen und Verbesserungen der Gartengestaltung nachgedacht. Im Gästebuch der Familie hat Scharoun zu dieser Zeit eine Skizze über die Umgestaltung des Gartenpavillons zum Gartenhaus hinterlassen. Auch sind dort die Besuche des befreundeten Ehepaars Mattern in Löbau vermerkt. Welche Einflüsse Herta Hammerbacher oder Hermann Mattern auf die Gestaltung des Gartens der Familie Schminke hatten, ist bis heute nicht bekannt.

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Informationen auf externen Webseiten

Stiftung Haus Schminke

Hans Scharoun Archiv

HS-Anhalt (FH) FB I

Stadt Löbau

Mitarbeiter
Sandro Wolff
Ing. Landschaftsarchitektur (FH)
Techniker Garten- und Landschaftsbau

Am Gladeberg 31
37181 Hardegsen

Projektzeitraum
2008 - 2010

Größe
4000 m²

Auftraggeber
HS-Anhalt (FH)
Stiftung Haus Schminke

Adresse
Kirschallee 1b
02708 Löbau
Deutschland

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Projekttyp
Projekt- und Verfahrensmanagement