Abgestauter Neckar im Bestand © 2025 Geitz & Partner GbR
Entwicklung einer Verschwenkung © 2026 Geitz & Partner GbR
Drohnenaufnahme während des Baus BA1 © 2025 I am hydro Regierungspräsidium Freiburg
Ingenieurbiologische Ufersicherungen am Neckar. © 2026 Geitz & Partner GbR
Umgestaltete Primmündung © 2025 Geitz & Partner GbR
Pegelhaus am neu angelegten Landespegel © 2025 Geitz & Partner GbR
Revitalisierter Neckar oberhalb des neuen Pegelhauses © 2025 Geitz & Partner GbR
Fußpfad am ingenieurbiologisch gesicherten Ufer © 2026 Geitz & Partner GbR
Verschiedene Strömungslenker sorgen für vielfältige Strömungsmuster © 2026 Geitz & Partner GbR
Mit Geotexilsäcken gesichert Ufer am Bahndamm © 2026 Geitz & Partner
Neuer Pfad am revitalisierten Neckar mit Sicht auf Rottweil © 2026 Geitz & Partner GbR
Mit Geotextilsäcken ingenieurbiologisch gesichertes Neckarufer © 2026 Geitz & Partner GbR
Revitalisierter Neckarabschnitt © 2026 Geitz & Partner GbR
Die große Kreisstadt Rottweil richtet im Jahr 2028 die Landesgartenschau aus, dabei liegt ein Schwerpunkt auf zahlreichen Maßnahmen am Neckar. Diese zielen in Verknüpfung mit der Gartenschau darauf ab, den Fluss ökologisch aufzuwerten, erlebbar zu machen und den Hochwasserschutz zu verbessern. Für die Umsetzung der gewässerökologischen Maßnahmen nach den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie und die Revitalisierung des Flussabschnittes beauftragte das Regierungspräsidium Freiburg, Landesbetrieb Gewässer das Landschaftsarchitekturbüro Geitz & Partner GbR in Arbeitsgemeinschaft mit 365° Freiraum + Umwelt. Der Planungsprozess wurde begleitet von einer umfassenden, anspruchsvollen hydraulischen Berechnung für den Flussabschnitt, die ebenfalls von Geitz & Partner durchgeführt wurde. Die Fließstrecke umfasst 1,7 km und reicht von der Primmündung bis zur Schindelbrücke.
Zur Verbesserung der Hochwasservorhersage wurde ein neuer Pegel inklusive Einschnürungsbauwerk mit Pegelhaus und der Pegeltechnik sowie einer Sohlgleite zur Sicherstellung der Durchgängigkeit errichtet. Damit wird der ehemalige, hydraulisch ungünstig gelegene und ab HQ10 umflossene Pegel der die Hochwassersituationen nur ungenügend abbildete, ersetzt.
Bis zum Abstau der Wehre 2024 stauten die Wasserkraftanlagen der ENRW den Neckar bei Rottweil stark auf und gemeinsam mit dem begradigten sowie durch technischen Uferverbau geprägten Verlauf war die Struktur des Flusses grundlegend negativ verändert. Es resultierten gravierende Auswirkungen auf Hydromorphologie, Gewässerökologie und Artenvielfalt. Neben der Durchgängigkeit fehlten dem Gewässer Funktionsräume für maßgebende Fischarten wie beispielsweise durchströmte Bereiche, Tiefrinnen, Flachwasserzonen, überströmte Kiesflächen. Dieser Zustand gehört der Vergangenheit an: nach dem Ende der Wasserkraftnutzung wurde das Wasserrecht durch das Land Baden-Württemberg abgelöst und der Abstau der Wehre bereits im Jahr 2024 abgeschlossen.
Das Projektgebiet der Revitalisierung zeichnet sich zudem durch starke räumliche Begrenzungen aus, auf der einen Seite begrenzen die Bahnschienen und der Bahndamm die Böschung, auf der anderen Seite grenzt massives Gestein sowie extensiv genutzte Grünflächen an.
Durch den Einbau von ingenieurbiologischen Ufersicherungen, standortgerechter Bepflanzung, strömungs- und abflusslenkenden Strukturen, wie Inseln, Störsteingruppen, Buhnen, Totholzeinbauten sowie Aufweitungen und Laufveränderungen des Gewässers wurde ein naturnaher Zustand erreicht und gleichzeitig die angrenzende kritische Infrastruktur nachhaltig geschützt. Die genannten Elemente ermöglichen größtmögliche Variabilität in der Gewässersohle, der Breite und Tiefe sowie der Strömungsgeschwindigkeit und schaffen so vielfältige Lebensräume, beispielsweise durch Kiesanlagerungen und Deckungsstrukturen. Somit wurde das Potential für naturnahe, dynamische Entwicklung unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen ausgeschöpft.
Auch wurde die Zugänglichkeit zum Gewässer mithilfe von Pfaden, offenen Bereichen und Trittsteinen an spezifischen Bereichen erhöht. Im Hinblick auf die Landesgartenschau aber auch darüber hinaus ist diese neue Aufenthaltsqualität von großer lokaler Bedeutung.
Der Aufstau des Neckars gehört nun der Vergangenheit an! Es konnte dem Gewässer und seinen Bewohnern eine gewässerökologisch wertvolle Fließstrecke zurückgegeben werden und den Rottweiler Bürgern und allen Besuchern zur Gartenschau ein spannender, erlebbarer Flussraum.
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Planungsbüros
Geitz & Partner GbR
Stuttgart
Mitarbeiter
Peter Geitz
Thomas Kusche
Andreas Eisner
Myriam Hombach
Simone Krieger
Weitere Planungsbeteiligte
Arbeitsgemeinschaft (ArGe) mit 365° freiraum + umwelt, Überlingen und Weber-Ingenieure GmbH, Pforzheim
Wegekonzept und Planung Daueranlagen: A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin
Tragwerksplanung (Brücken): IGS Ingenieure GmbH & Co. KG, Weimar
Projektzeitraum
2022
- 2026
Größe
ca. 1,7 km langer Neckarabschnitt
Bausumme
7,56 Mio. € (brutto)
Auftraggeber
Regierungspräsidium Freiburg
Referat 53.1, Außenstelle Donaueschingen
Irmastraße 11
78166 Donaueschingen
Adresse
78628 Rottweil
Deutschland
Projekt auf Karte anzeigen
Projekttyp
Gartenschauen
Gewässerentwicklung, Hochwasserschutz
Pflege- und Entwicklungsplanung, Managementpläne
Steuerung von Bauabläufen, Kosten-, Terminkontrolle
Parkanlagen und Grünflächen
Tourismusentwicklung und Erholungsplanung
Bürger:innenbeteiligung / Moderation