Jüdischer Friedhof Vorwerk, Lübeck

Entwurf © 2010 G|tB

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Zugang mit Hauptweg (Fertigstellung Frühjahr 2013) © 2013 IM G-LA

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Hauptgrabfeld mit Querweg (Fertigstellung Frühjahr 2013) © 2013 IM G-LA

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Interkonfessionelles Grabfeld (Fertigstellung Frühjahr 2013) © 2013 IM G-LA

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Geplante Trauerhalle © 2010 HHL

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Entwurf © 2010 G|tB

Zugang mit Hauptweg (Fertigstellung Frühjahr 2013) © 2013 IM G-LA

Hauptgrabfeld mit Querweg (Fertigstellung Frühjahr 2013) © 2013 IM G-LA

Interkonfessionelles Grabfeld (Fertigstellung Frühjahr 2013) © 2013 IM G-LA

Geplante Trauerhalle © 2010 HHL

Auf dem Gelände des Vorwerker Friedhofs in Lübeck entsteht derzeit der neue Jüdische Friedhof Vorwerk.
Zur Verfügung steht ein 5.000 qm großes Areal, auf dem ca. 530 Grabstätten für die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Lübeck geschaffen werden.
Die Realisierung ist in drei Bauabschnitten geplant. Der erste Bauabschnitt, der komplett durch Stiftungsgelder finanziert wurde, wird im Frühjahr 2013 fertiggestellt. Mit ihm wurde das Grundgerüst des neuen Friedhofs angelegt, d.h. Wege, Hecken, Zäune und Flächen für die Grabstellen.

Die Jüdische Gemeinde Lübeck nutze bisher den historischen Friedhof in Lübeck-Moisling, auf dem bereits im 17. Jahrhundert der erste Begräbnisplatz angelegt wurde. Der Friedhof ist inzwischen vollständig belegt, weitere Flächenkapazitäten stehen nicht zur Verfügung.
Im Jahr 2012 erhielt die Jüdische Gemeinde Lübeck mit Beschluss der Bürgerschaft daher ein für Bestattungen vorgesehenes, aber bisher ungenutztes Areal für einen neuen Jüdischen Friedhof im Südostteil des Vorwerker Friedhofs.
Die von der Planungsgemeinschaft Groth und ter Balk erarbeitetet Konzeptidee für den neuen Jüdischen Friedhof Vorwerk orientiert sich streng an den Bestattungsritualen des jüdischen Glaubens. Die Gräber sind konsequent in Ost-West-Richtung angeordnet, so dass der Tote bei seiner Auferstehung in Richtung Osten nach Jerusalem blicken kann. Durch diese vorgegebene Himmelsausrichtung ergibt sich eine streng lineare Grundstruktur, die von der Grabanordnung auf einem christlichen Friedhof abweicht. Aufgelöst wird diese Strenge durch einen bogenförmigen Hauptweg mit einem gepflasterten Klinkerbelag. Er verläuft zwischen den beiden Hauptzugängen und verbindet gleichzeitig zwei unterschiedlich große Platzflächen am Rand des Friedhofsareals miteinander.
Im Bereich des größeren Platzes am Ostrand ist zudem der Bau einer Trauerhalle geplant.

Das gesamte Areal ist als große, offene Rasenfläche angelegt, da nach jüdischem Glauben keine Bestattungen unter Baumkronen stattfinden dürfen. Eine Untergliederung der Fläche erfolgt durch in Nord-Süd-Richtung verlaufende Querwege mit wassergebundener Decke. Die daraus entstandenen kleineren Rasenflächen können dann nach und nach als Bestattungsflächen genutzt werden.
Ein langes, zweireihiges Heckenband aus Rotbuche unterteilt außerdem den gesamten Friedhof in einen Bereich für orthodoxe Bestattungen und in einen Bereich für interkonfessionelle Beerdigungen. Hier können u.a. Ehepartner beerdigt werden, die nicht dem jüdischen Glauben angehören.
Als umlaufende Einfassung des Areals wurde eine 1,20 m hohe, zweireihige Eibenhecke gepflanzt, in die mittig ein Zaun integriert ist.
Einige große Bestandsbäume konnten erhalten werden, sie stehen überwiegend im interkonfessionellen Bereich. Neue Birkenpflanzungen erfolgten in den Randbereichen des Geländes.

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Planungsbüro

Bernd Groth
Lübeck

Gunnar ter Balk Landschaftsarchitekt BDLA

Mitarbeiter
Ingrid Max, Romy Engel

Weitere Planer
Hochbau
Heske Hochgürtel Lohse Architekten und Ingenieure
Lübeck

Projektzeitraum
2010 - 2014

Größe
5.000 qm

Auftraggeber
Jüdische Gemeinde Lübeck

Adresse
Friedhofsallee 83
23554 Lübeck

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Projekttyp
Parkanlagen und Grünflächen